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Schrebergärten immer beliebter - lange Wartelisten | BR24

© Horst Bertzky, Bad Kissingen, 19.09.2018

Eigene Tomatenernte aus dem Schrebergarten

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Schrebergärten immer beliebter - lange Wartelisten

Vor genau 100 Jahren wurden mit der Kleingarten- und Kleinpachtverordnung in der Weimarer Republik erstmals Rahmenbedingungen für Kleingärten getroffen. Heute sind die Schrebergärten sehr begehrt und die Wartelisten dafür recht lang.

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Die Kleingärten liegen im Trend. Was ein Kleingarten ist und wie er auszusehen hat, ist in der Deutschen Kleingartenordnung geregelt, die Bestandteil der Weimarer Verfassung ist. Sie wurde heute vor 100 Jahren beschlossen.

Kleingarten- und Kleinpacht-Landordnung vor 100 Jahren

Am 31. Juli 1919 wurden mit der Kleingarten- und Kleinpacht-Landordnung in der Weimarer Republik erstmals wichtige Festlegungen zu Kündigungs- und Preisschutz sowie Vorschriften gegen Bodenspekulation bei Kleingärten getroffen. Auslöser war unter anderem die zunehmende Industrialisierung und der Wunsch nach einem eignen "Stückchen Natur" in der Stadt für Erholung und zum Anbauen von etwas Gemüse und Obst. Ein Jahr später wurde dann auch in Nürnberg der Stadtverband der Kleingärtner gegründet.

Lange Wartelisten

Die Wartelisten für einen Schrebergarten sind oft lang. Zwei Jahre musste Angelika Seitz-Dür aus Nürnberg auf ihren Kleingarten warten. Laut Franz Bauer vom Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e .V. ist das üblich. Denn mit der Zeit hat sich auch der Anspruch der Kleingärtner geändert: “Früher war ein Kleingarten oder ein Schrebergarten eigentlich nur für die Versorgung der Familie da. In der Zwischenzeit ist es so, dass die Versorgung der Familie von irgendwelchen Discountern übernommen wird“, sagt Franz Bauer vom Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e. V.

Die Flächenaufteilung: Drittel - Zweidrittel

Die Gartenordnung vom Stadtverband Nürnberg der Kleingärtner e. V. schreibt zum Beispiel die Flächennutzung vor. Auf einem Drittel sollen Nutz-Pflanzen wachsen, also Obst- und Gemüse und zwei Drittel sollen der Erholung dienen, also Rasen- oder Blumen-Fläche. Die Vereine sind angehalten entsprechende Kontrollen durchzuführen. Ist eine Parzelle verwildert, wird sie vom Stadtverband angemahnt und kann zur Kündigung führen.

Entspannung pur

Ob zum Grillen, Umgraben oder Relaxen, heute sind die Schrebergärten eine Art Freizeit-Dorado geworden. Für Angelika Seitz-Dür ist ihr Schrebergarten ein Ort zum Abschalten, in dem sie sich gerne aufhält: "Also ich mag es, wenn man zwischen den Kräutern ist und sie berührt, dann fangen sie zum Duften an, vor allem Lavendel und Salbei." In den letzten 15 Jahren interessieren sich immer mehr junge Leute für einen Schrebergarten. Sie möchten für ein gutes Klima sorgen und Grün anlegen, aber auch die Möglichkeit haben, gesundes und günstiges Obst oder Gemüse zu ernten.

© BR

Was ein Kleingarten ist und wie er auszusehen hat, ist in der Deutschen Kleingartenordnung geregelt, die Bestandteil der Weimarer Verfassung ist. Sie wurde heute vor 100 Jahren beschlossen.