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Schoko-Nikolaus mit Maske aus Bad Königshofen wird Verkaufshit | BR24

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Ein Konditor aus Bad Königshofen produziert Schokoladen-Nikoläuse mit Mund-Nasen-Schutz und hat damit unbeabsichtigt für jede Menge Wirbel gesorgt. Vom Shitstorm bis zum Bestellungsansturm hat er schon alles dabei erlebt.

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Schoko-Nikolaus mit Maske aus Bad Königshofen wird Verkaufshit

Mit einem Schokoladen-Nikolaus mit Maske hat Konditormeister Herbert Häcker aus Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld unverhofft einen Verkaufsschlager gelandet. Erst hatte es im Internet aber einen Shitstorm gegen die süße Kreation gegeben.

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Alles begann mit ein paar Fotos von selbst hergestellten Schokoladen-Figuren mit Mund-Nasen-Schutz, die Konditor-Familie Häcker auf Facebook veröffentlichte und damit völlig unerwartet einen Shitstorm erntete – also einen Sturm der Entrüstung im Internet. Im Frühjahr hatte Herbert Häcker seinen Schoko-Hasen bereits Masken verpasst, ohne dass dies besonderes Aufsehen erregt hätte. Umso überraschter war er jetzt, als er für die Nikoläuse massiv kritisiert wurde. Die Kommentare waren teils bösartig.

Hasskommentare im Netz

Wildfremde Menschen wünschten der kleinen Konditorei plötzlich die Pleite und riefen zu Negativ-Bewertungen auf. Wutbürger, Corona-Leugner und Maskengegner schienen sich auf das Thema zu stürzen. Einige Kommentatoren sahen offenbar auch den Heiligen Nikolaus verunglimpft.

Herbert Häcker und seiner Frau Elke ging die Sache jedenfalls an die Nerven. Eine Gegenbewegung ließ aber nicht lange auf sich warten, und nach kurzer Zeit kamen auf jeden Nörgler im Internet mindestens fünf Unterstützer, die freundliche Kommentare schrieben und der Familie Mut machten.

Solidarität und Bestellungen ohne Ende

Die Konditorei erfährt inzwischen eine Welle der Sympathie und kann sich vor Bestellungen kaum noch retten. Alle, so scheint es, wollen die Nikoläuse mit Mund-Nasen-Schutz aus Bad Königshofen. Sogar aus dem Bundeskanzleramt in Berlin, aus dem deutschsprachigen Ausland und aus Moskau seien bereits Anfragen gekommen, so Häcker. Er tut was er kann, um die Bestellungen abzuarbeiten.

In seiner Backstube am Marktplatz werden jetzt täglich stundenlang Schoko-Nikoläuse gegossen und anschließend per Hand mit einer Maske aus rosafarbener Ruby-Schokolade verziert. Das dazugehörige Café, das gerade Corona-bedingt geschlossen ist, dient aktuell als Verpackungs- und Versandzentrum.

Appell an andere Konditoreien: Macht mit!

Obwohl die ganze Familie mithilft, kann Häcker die große Nachfrage aber allein nicht bedienen und sagt: "Wir kommen nicht mehr nach. Wenn es so weiter geht, dann liefern wir die letzten Nikoläuse zu Ostern aus." Einen Berufskollegen aus der Region hat er bereits mit ins Boot geholt.

Konditormeister Klaus-Peter Borst fertigt in seiner Schokoladenmanufaktur in Sandberg nun ebenfalls Nikoläuse mit Mund-Nasen-Schutz. Herbert Häcker hofft, dass deutschlandweit noch viel mehr Konditoren auf den Zug aufspringen und so in der aktuell schwierigen Zeit vielleicht ihr Geschäft ein wenig ankurbeln können.

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