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Schöllnach erhöht Kampfhunde-Steuer um das 13-fache | BR24

© pa(dpa/Wolfram Steinberg

Ein American Staffordshire Terrier mit Maulkorb an der Leine

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    Schöllnach erhöht Kampfhunde-Steuer um das 13-fache

    Weil sich im Markt Schöllnach im Kreis Deggendorf immer mehr Menschen Kampfhunde zulegen, hat der Marktgemeinderat beschlossen, die Hundesteuer für Tiere dieser Art auf 400 Euro im Jahr zu erhöhen. Das ist das 13-fache der bisherigen Steuer.

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    In Schöllnach (Lkr. Deggendorf) gibt es immer mehr sogenannte "Kampfhunde". Jetzt hat der Marktgemeinderat beschlossen, diese Rassen höher zu besteuern. Statt 30 Euro im Jahr muss ein Kampfhunde-Halter nun 400 Euro zahlen.

    Acht Kampfhunde in Schöllnach

    Der Beschluss für die Steuererhöhung fiel mit 16 zu drei Stimmen, teilte ein Sprecher der Marktverwaltung mit. Bei allen anderen Hunden bleibt es beim bisherigen Steuersatz von 30 Euro pro Jahr. Derzeit sind acht der gut 300 Hunde in Schöllnach Kampfhunde, weil sie entsprechenden Rassen angehören oder eine Kreuzung mit diesen Rassen sind.

    Marktgemeinderat habe Bürgerwille umgesetzt

    Der Sprecher der Verwaltung sagte, die Mehrheit der Marktgemeinderäte nehme damit die Forderung zahlreicher Bürger auf. Immer wieder gebe es Beschwerden über die Halter von Kampfhunden. Die Hunde würden teilweise auf kleinen Grundstücken in Wohngebieten oder auf nicht eingezäunten Grundstücken gehalten. Einzelne Marktgemeinderäte sprachen von - so wörtlich - "kleinen Waffen" und "unberechenbaren Kampfmaschinen".

    Hundehaltung nicht artgerecht

    Häufig sei auch die Haltung der Tiere nicht artgerecht. Deshalb werde die Hundesteuer erhöht, um sie als "Steuerungsinstrument" einzusetzen. Eine Erhöhung der Hundesteuer für Kampfhunde auf lediglich 100 Euro pro Jahr hielt die Mehrheit im Marktgemeinderat nicht für ausreichend.

    Kampfhunde-Steuer bis zu 600 Euro

    Schöllnach ist nicht die einzige Gemeinde in Niederbayern mit einem erhöhten Steuersatz für Kampfhunde. In Aidenbach und Aldersbach im Landkreis Passau fallen für einen Kampfhund 600 bzw. 500 Euro Steuer an, in Künzing im Landkreis Deggendorf 450 Euro.

    💡 Was sind Kampfhunde?

    Als "Kampfhunde" wurden ursprünglich Hunde bezeichnet die für Tierkämpfe, zum Beispiel gegen Bullen oder Bären, gezüchtet und eingesetzt wurden. Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind solche Kämpfe verboten. Heute bezeichnet man bestimmte Rassen umgangssprachlich als "Kampfhunde". Gemeint sind dann eher "gefährliche Hunde".

    Jedes Bundesland hat Rassenlisten mit drei Kategorien eingeführt: Listenhunde der Kategorie I werden als gefährlich eingestuft und dürfen nur mit einem berechtigten Interesse gehalten werden. Hunde der Kategorie II dürfen gehalten werden, aber es müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. Die Zahl 0 bedeutet, dass der Hund zwar als Kampfhunderasse geführt ist, aber auf keiner speziellen Liste steht.

    In Bayern wurden 18 Hunderassen den Kategorien I beziehungsweise II zugeordnet, darunter die Rassen American Pitbull Terrier (Kat. I) oder Rottweiler (Kat. II). Auch Kreuzungen mit diesen Rassen werden üblicherweise mit der Bezeichnung "Kampfhunde" geführt. Hunde, die nicht zu diesen Rassen zählen, aber durch Beißvorfälle oder ähnliches auffällig geworden sind, können durch die Ämter ebenso den "gefährlichen Hunden" gemäß der rechtlichen Definition zugeordnet werden. (Erklärt von Kathrin Unverdorben, BR24-Redaktion)