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"Schocknachricht": Opposition attackiert Söder wegen Test-Panne | BR24

© BR/Veronika Meier

Corona-Tests an der A3-Rastanlage Donautal Ost

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    "Schocknachricht": Opposition attackiert Söder wegen Test-Panne

    Die massiven Probleme an den Corona-Teststationen rufen die Opposition in Bayern auf den Plan: Die Rede ist von Schlamperei, Konsequenzen werden gefordert. Die Grünen nennen es eine "Schocknachricht", die SPD spricht von "Versagen".

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    Die Opposition in Bayern hat die Probleme an den Corona-Teststationen scharf kritisiert und Konsequenzen verlangt. Im Fokus der Kritik steht auch Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder.

    Hartmann spricht von "Schocknachricht"

    Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann nannte die Panne "eklatantes Regierungsversagen". Wörtlich erklärte er: "Das ist eine Schocknachricht für Deutschland und kratzt am Nimbus des selbstgefälligen Krisenmanagers Söder."

    Ausgerechnet die bayerische Staatsregierung lasse 900 potenzielle Superspreader ahnungslos durchs Land reisen. Regierungschef Markus Söder (CSU) müsse umgehend dafür sorgen, dass das Handeln seiner Ministerinnen und Minister mit seinen wortgewaltigen Ankündigungen Schritt hält. "Sonst muss man an dieser Stelle festhalten: Söder kann Krise nicht", so Hartmann wörtlich.

    Auch SPD und FDP sprechen von Versagen

    FDP-Fraktionschef Martin Hagen twitterte: "Desolate Bilanz: Zwei Drittel der Corona-Tests von Reiserückkehrern in Bayern wurden vertrödelt oder verschlampt." Zunehmend bekomme Söders Inszenierung als Corona-Musterschüler Risse. Diesmal könne die CSU das "Versagen der Regierung" nicht auf den kleinen Koalitionspartner, die Freien Wähler, schieben.

    BayernSPD-Chefin Natascha Kohnen kritisierte die Landesregierung gegenüber dem BR scharf: "Das Versagen der Regierung Söder gefährdet uns alle, ein zweiter Lockdown hätte unabsehbare Folgen für Gesundheit, Gesellschaft, Wirtschaft." Es brauche eine Taskforce aus Gesundheitsämtern und Testern vor Ort. Zudem forderte Kohnen, dass die Unikliniken in die Teststrategie eingebunden werden. Der SPD-Landtagsabgeordnete Markus Rinderspacher schrieb: "Dieses Versagen erfordert Aufklärung." Die Administration habe geschlampt. "Wie kann das passieren? Wer steht politisch dafür gerade?"

    Huml räumt Fehler ein

    Die Tests für Reiserückkehrer an bayerischen Autobahnen und großen Hauptbahnhöfen hatte CSU-Chef Söder angeschoben. Fachlich zuständig ist das Gesundheitsministerium unter Führung von Melanie Huml (CSU).

    Am Nachmittag hatte Huml bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen haben, darunter 900 nachweislich Infizierte. Grund für die Verzögerungen seien Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, erklärte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf. Wegen der Entwicklung hat Ministerpräsident Söder inzwischen seine Watt-Reise abgesagt.

    Freie-Wähler-Politiker Mehring: "Natürlich ein Fiasko"

    Fabian Mehring, Parlamentarischer Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag, sagte dem BR: "Wenn jetzt zahlreiche Menschen, die Corona-positiv sind, nach dem Urlaub die Oma besuchen oder zur Arbeit gehen, ganz einfach deshalb, weil sie von ihrem Ergebnis wegen der Startschwierigkeiten in den Testzentren gar nichts wissen, dann ist das natürlich ein Fiasko."

    Mehring hoffe daher, dass es Gesundheitsministerin Huml gelingt, die fehlerhaften Abläufe schnellstmöglich zu optimieren, sodass das Credo der Koalition vom "Testen, Testen, Testen" nicht nur gut klingt und Geld kostet, sondern auch gegen Corona hilft. Mehring selbst bekam erst gestern - nach zehn Tagen - sein (negatives) Testergebnis. Er hatte sich auf seiner Rückreise vom Urlaub aus einem Nicht-Risikogebiet freiwillig an einer Autobahn-Raststätte testen lassen.

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