Am vergangenen Wochenende wurden an der Gundelsheimer Grundschule Droh-Plakate aufgehängt. Die Betroffenheit ist groß. (Symbolbild)

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul
  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

Schock nach Morddrohungen an Schule wegen Corona-Politik

Schock nach Morddrohungen an Schule wegen Corona-Politik

Unbekannte haben am vergangenen Wochenende Lehrern und Schulleitung der Grundschule in Gundelsheim im Landkreis Bamberg mit dem Tod gedroht. Verbunden war dies mit Kritik an den Corona-Maßnahmen. Die Bestürzung und Verunsicherung sind groß.

Nachdem Lehrerinnen und Lehrern sowie der Schulleitung der Grundschule Gundelsheim im Landkreis Bamberg am vergangenen Wochenende auf Plakaten mit dem Tod gedroht wurde, ist die Betroffenheit und Bestürzung in der Schulfamilie groß. Wie die Regierung von Oberfranken auf BR-Anfrage mitteilt, seien besonders die Kinder wegen der konkreten Drohungen verunsichert.

Drohungen gegen Lehrkräfte in Gundelsheim

Im Eingangsbereich der Schule und im Bereich der Turnhalle hatten Unbekannte Plakate angebracht: Diese enthielten Gewalt- und Morddrohungen gegen Lehrkräfte und die Schulleitung und äußerten Kritik an den Pandemie-Maßnahmen der Regierung. Einen solchen Vorfall habe es in Oberfranken noch nicht gegeben, teilte eine Sprecherin der Regierung von Oberfranken mit. Die Regierung würde diese Straftat aufs Schärfste verurteilen.

Schulpsychologische Unterstützung für Betroffene

In Zusammenarbeit mit dem Schulamt habe die Schulleitung eine Beratung durch die Polizei organisiert und schulpsychologische Unterstützung sichergestellt. Die Regierung von Oberfranken unterstütze die Schule mit zusätzlichen Schulassistenzstunden und stehe im stetigen Austausch mit den Verantwortlichen, dem Kollegium vor Ort und der Kriminalpolizei. Nach dem Vorfall hätte es eine breite und spontane Solidarität aus der Elternschaft, Politik und Schulverwaltung für die Betroffenen gegeben.

Droh-Plakate - absolut "indiskutabel"

Für Michael Siegel, den 1. Vorsitzenden des Bayerischen Lehrer und Lehrerinnen-Kreisverbands (BLLV) Bamberg-Land ist das Vorgehen der Täter absolut indiskutabel. "Was in Gundelsheim passiert ist, zeigt einen Höhepunkt des brisanten Spannungsfeldes, in das Schulleitungen und Lehrkräfte unverhofft geraten können, obwohl sie nur ihre Dienstpflicht erfüllen, die ihnen im Rahmen der Corona-Pandemie zwingend vorgegeben wurde."

"Es wurde eine Grenze überschritten"

Auch Eric Schnee, der 1. Vorsitzende des Bayerischen Lehrer und Lehrerinnen-Kreisverbands (BLLV) Bamberg-Stadt hat sich im BR-Gespräch zu den Vorfällen geäußert. Die Tat habe er mit Erschrecken und Entsetzen wahrgenommen. Es sei eine Grenze überschritten worden. Das Personal an Schulen versuche in der Pandemie, den Alltag für Kinder, Lehrer und andere Angestellte so gut wie möglich zu gestalten: Die Maßnahmen würden woanders beschlossen und verhängt. Sie dienten dazu, die Schulen offen halten zu können.

Schlimme Folgen für Schüler und Lehrkräfte möglich

Die Droh-Plakate könnten schlimme Folgen für Schüler und Lehrer haben. "Das Sicherheitsgefühl der Kinder, die diese Plakate gelesen haben, ist weg", so Schnee. Solche konkreten Drohungen gegenüber Menschen in einer Schule würden an niemandem an dieser Schule vorbeigehen. Auch bei Lehrern könnten die Plakate Ängste und Befürchtungen auslösen.

Polizei: erste Zeugenmeldungen eingegangen

Die Polizei nimmt den Vorfall ebenfalls sehr ernst, erklärt ein Sprecher der Polizei im BR-Gespräch. Aktuell werden die Plakate weiterhin nach Spuren untersucht. Daneben seien nach Bekanntwerden des Vorfalls bereits einige Meldungen von möglichen Zeugen eingegangen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!