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Bis 2020 will Fujitsu sein Werk in Augsburg schließen
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Autoren

Kilian Geiser
Anna Klein
Barbara Leinfelder
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Bis 2020 will Fujitsu sein Werk in Augsburg schließen

In einer überraschend angesetzten Betriebsversammlung um 9 Uhr morgens hätten die Beschäftigen erstmals von der geplanten Schließung erfahren – völlig unangekündigt. "Die Mitarbeiter waren fassungslos", berichtet Angela Steinecker von der Gewerkschaft IG Metall, die bei der Versammlung dabei war. "Es gab Tränen, das ist ein Schock, der erst verdaut werden muss."

Mit Fujitsu schließt zweites Augsburger Technologieunternehmen

Auch für die Gewerkschaften kam die Ankündigung über den Abbau von 1.800 Stellen – davon 1.500 in Augsburg – "völlig überraschend", so Steinecker. Nach Ledvance sei Fujitsu das zweite Unternehmen in Augsburg, das über 1.000 Arbeitsplätze abbaut. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt des Standorts und eine "vernünftige Lösung" für die 1.500 Arbeiter in Augsburg.

IG Metall fordert Staatsregierung zum Handeln auf

Die Folgen für den Wirtschaftsstandort Augsburg sind laut Gewerkschaft gravierend: "Das geht an die Substanz", sagte Jürgen Wechsler von der IG Metall. Er sieht deshalb Handlungsbedarf auf höchster Ebene, bei der bayerischen Staatsregierung.

Wirschaftsminister Pschierer: Fujitsu in der Verantwortung für Arbeitnehmer

Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) erklärte im Interview mit der Rundschau im BR-Fernsehen, es habe in der Vergangenheit Kontakt mit Fujitsu gegeben. Die schwierige Situation auf dem Weltmarkt sei bekannt gewesen: "Aber letztlich ist dann so ein Schließungsbeschluss auch für die Staatsregierung doch überraschend". Nun komme es darauf an, für die Mitarbeiter Alternativen auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu entwickeln. Da sei vor allem Fujitsu in der Verantwortung: "Da gibt es eine klare Erwartung der Staatsregierung", sagte Pschierer.

IHK Schwaben fordert Dialog mit großen Arbeitgebern in Augsburg

Der Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, Peter Saalfrank, beklagt, nach der Ankündigung von Fujitsu, die Produktion nach Japan zu verlagern, dies sei ein "weiterer Beleg" dafür, "wie fragil der Wirtschaftsstandort Augsburg ist". Er sei "gekennzeichnet durch die großen Konzerne, deren Geschäftsleitung eben nicht vor Ort sitzt". Das sei etwas "worüber man sich einfach mal Gedanken machen muss", fordert Saalfrank. Es gebe ein gutes Dutzend große Arbeitgeber in der Region Augsburg, die ihre Chefetage nicht vor Ort hätten, die müsse die Politik ansprechen – oder ansonsten "alle halbe Jahre bedauern, dass wieder einer dicht macht".

Deutschlandweit streicht Fujitsu 1.800 Stellen

Fujitsu war als Unternehmen aus einem Zusammenschluss mit Siemens hervorgegangen und gilt als einer der letzten europäischen Computerhersteller. Bis 2009 verkaufte Siemens seine gesamten Anteile an Fujitsu. Das Nachfolgeunternehmen hatte bereits am Forschungsstandort Paderborn Stellen abgebaut.

Insgesamt beschäftigt der Fujitsu-Konzern in Deutschland 12.000 Menschen. Davon sollen jetzt 1.800 ihren Job verlieren.