Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Schock bei Fujitsu in Augsburg: 1.500 Jobs fallen weg | BR24

Video nicht mehr verfügbar

Dieses Video konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Fujitsu: Der japanische Chip-Hersteller will das Werk in Schwaben zum September 2020 dicht machen. 1.500 Mitarbeiter in Augsburg sind betroffen.

4
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Schock bei Fujitsu in Augsburg: 1.500 Jobs fallen weg

Angestellte und Gewerkschaft sind entsetzt: Fujitsu schließt bis 2020 Deutschlands letzte große Computerfabrik in Augsburg. 1.500 Stellen sind hier betroffen. Weitere 300 Stellen werden an anderen deutschen Standorten gestrichen.

4
Per Mail sharen
Teilen

In einer überraschend angesetzten Betriebsversammlung um 9 Uhr morgens hätten die Beschäftigen erstmals von der geplanten Schließung erfahren – völlig unangekündigt. "Die Mitarbeiter waren fassungslos", berichtet Angela Steinecker von der Gewerkschaft IG Metall, die bei der Versammlung dabei war. "Es gab Tränen, das ist ein Schock, der erst verdaut werden muss."

Mit Fujitsu schließt zweites Augsburger Technologieunternehmen

Auch für die Gewerkschaften kam die Ankündigung über den Abbau von 1.800 Stellen – davon 1.500 in Augsburg – "völlig überraschend", so Steinecker. Nach Ledvance sei Fujitsu das zweite Unternehmen in Augsburg, das über 1.000 Arbeitsplätze abbaut. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt des Standorts und eine "vernünftige Lösung" für die 1.500 Arbeiter in Augsburg.

IG Metall fordert Staatsregierung zum Handeln auf

Die Folgen für den Wirtschaftsstandort Augsburg sind laut Gewerkschaft gravierend: "Das geht an die Substanz", sagte Jürgen Wechsler von der IG Metall. Er sieht deshalb Handlungsbedarf auf höchster Ebene, bei der bayerischen Staatsregierung.

Wirschaftsminister Pschierer: Fujitsu in der Verantwortung für Arbeitnehmer

Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) erklärte im Interview mit der Rundschau im BR-Fernsehen, es habe in der Vergangenheit Kontakt mit Fujitsu gegeben. Die schwierige Situation auf dem Weltmarkt sei bekannt gewesen: "Aber letztlich ist dann so ein Schließungsbeschluss auch für die Staatsregierung doch überraschend". Nun komme es darauf an, für die Mitarbeiter Alternativen auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu entwickeln. Da sei vor allem Fujitsu in der Verantwortung: "Da gibt es eine klare Erwartung der Staatsregierung", sagte Pschierer.

IHK Schwaben fordert Dialog mit großen Arbeitgebern in Augsburg

Der Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, Peter Saalfrank, beklagt, nach der Ankündigung von Fujitsu, die Produktion nach Japan zu verlagern, dies sei ein "weiterer Beleg" dafür, "wie fragil der Wirtschaftsstandort Augsburg ist". Er sei "gekennzeichnet durch die großen Konzerne, deren Geschäftsleitung eben nicht vor Ort sitzt". Das sei etwas "worüber man sich einfach mal Gedanken machen muss", fordert Saalfrank. Es gebe ein gutes Dutzend große Arbeitgeber in der Region Augsburg, die ihre Chefetage nicht vor Ort hätten, die müsse die Politik ansprechen – oder ansonsten "alle halbe Jahre bedauern, dass wieder einer dicht macht".

Deutschlandweit streicht Fujitsu 1.800 Stellen

Fujitsu war als Unternehmen aus einem Zusammenschluss mit Siemens hervorgegangen und gilt als einer der letzten europäischen Computerhersteller. Bis 2009 verkaufte Siemens seine gesamten Anteile an Fujitsu. Das Nachfolgeunternehmen hatte bereits am Forschungsstandort Paderborn Stellen abgebaut.

Insgesamt beschäftigt der Fujitsu-Konzern in Deutschland 12.000 Menschen. Davon sollen jetzt 1.800 ihren Job verlieren.