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Wer eine Gewalttat erlebt, braucht schnell psychologische Hilfe, sonst droht eine Traumatisierung. Doch oft müssen Opfer wochenlang auf einen Termin beim Psychologen warten. Ab sofort sollen Trauma-Ambulanzen den Betroffenen schnell helfen.

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Schnellere Hilfe für Gewaltopfer: Trauma-Ambulanzen in Bayern

Wer eine Gewalttat erlebt, braucht schnell psychologische Hilfe, sonst droht eine Traumatisierung. Doch oft müssen Opfer wochenlang auf einen Termin beim Psychologen warten. Ab sofort sollen Trauma-Ambulanzen den Betroffenen schnell helfen.

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Von
  • Manuel Rauch

Es lässt sich bildhaft als "seelische Verletzung" verstehen. Nicht zufällig bedeutet das griechische Wort "Trauma" übersetzt so viel wie "Wunde". Ein erschütterndes, oft lebensbedrohliches Ereignis kann ein solches Trauma auslösen – ein Unfall oder eine Gewalttat wie etwa ein Einbruch oder sexueller Missbrauch. Betroffene warten oft wochenlang auf einen Termin beim Psychologen – wertvolle Zeit, in der eine Traumatisierung droht, die dann nur schwer wieder zu heilen ist. Damit Opfer von Gewalttaten in Zukunft deutlich schneller Hilfe bekommen, sollen in Bayern ab Januar sogenannte Trauma-Ambulanzen für Erwachsene entstehen.

Traumatisierungen verhindern

Die neuen Trauma-Ambulanzen richten sich in erster Linie an Opfer von Gewalttaten, aber auch an deren Angehörige, Hinterbliebene und Nahestehende, teilt das bayerische Sozialministerium mit. Sie sollen dort schnell psychologische Unterstützung bekommen. Ziel sei es, psychische Traumatisierung zu verhindern, zu heilen oder zumindest zu lindern. Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) spricht von einem wichtigen Schritt für den Opferschutz. Man wolle ein flächendeckendes Netz an Trauma-Ambulanzen schaffen, um den Betroffenen lange Wege zu ersparen. Für Kinder und Jugendliche gibt es solche Ambulanzen schon seit einigen Jahren.

Zum Start noch einige Fragen offen

Die Trauma-Ambulanzen sollen über keine eigenen Räumlichkeiten verfügen. Sie entstehen in bereits vorhandenen Kliniken. Dort soll es dann spezialisierte Ansprechpartner für die Betroffenen geben, teilt eine Sprecherin des Sozialministeriums dem BR mit. Doch zum Start Anfang Januar sind noch einige Fragen offen. Derzeit sei noch unklar, wie viele Kliniken in Bayern tatsächlich beteiligt sind.

Zum 1. Januar sollen die Trauma-Ambulanzen anlaufen. Ab dann bestehe der Anspruch auf Leistungen in einer solchen Ambulanz. Doch in welchen Krankenhäusern bereits ab Januar eine Trauma-Ambulanz eingerichtet sein wird, könne momentan noch nicht mitgeteilt werden, so die Sprecherin zum BR. Man sei noch in Gesprächen mit einigen Kliniken. Betroffene sollen sich zunächst an das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) wenden, das dann wiederum Ansprechpartner in den entsprechenden Kliniken vermittelt.

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