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In Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 bei Bergen (Landkreis Traunstein) sowie Donautal-Ost an der Autobahn 3 bei Passau unterstützt die Bundeswehr an diesem Wochenende bei der Corona-Testung. Die Behörden rechnen mit vielen Reiserückkehrern.

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Schneller zum Coronatest dank der Bundeswehr

Soldaten der Bundeswehr waren am Samstag an der Corona-Teststation an der Autobahn A8 Salzburg-München im Einsatz. Durch ihre Mithilfe wurde die Testkapazität des privaten Dienstleisters Eurofins um 25 Prozent erhöht.

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Von
  • Christoph Arnowski

Am späten Samstagnachmittag ist dann doch viel Geduld gefragt. An der Ausfahrt zur Raststätte Hochfelln Nord an der A8 reicht die Schlange der wartenden PKW und Wohnmobile zeitweise bis fast bis auf die Autobahn.

Rund eine Stunde dauert jetzt das Testprozedere, wenn man im Auto sitzen bleibt. Im Schneckentempo geht es einmal um das eingezäunte Testgelände, bis die in weiße Schutzanzüge gehüllten Mitarbeiter der Firma Eurofins durch das hinunter gekurbelte Seitenfenster endlich den Rachenabstrich nehmen.

Zu Fuß geht es doppelt so schnell

Schneller geht es für die, die aussteigen. Doch auch an den sogenannten "Fussgängerschaltern" müssen die Reiserückkehrer jetzt 30 Minuten einkalkulieren. Das Bedürfnis nach Gewissheit ist groß. "Wir wollen sicher sein, dass wir nichts haben", sagt Tatjana Zonios, die mit ihrem Mann aus Österreich kommt. "Wir haben zwar keinen Kontakt mit Leuten gehabt, wir waren auf dem Campingplatz", erzählt Gerald Lucas. Er war in der kroatischen Region Istrien. Die gilt zwar offiziell nicht als Risikogebiet, aber viele Urlauber, die von dort kommen, lassen sich testen. "Sicher ist sicher", sagt Lucas. Und Felix Bucka, der ebenfalls dort Urlaub gemacht hat, spricht aus, was wahrscheinlich viele denken: "Auch wenn Istrien kein offizielles Risikogebiet ist, war ich doch in Kroatien, da will ich lieber einen negativen Test haben, damit Klarheit herrscht."

An zwei Schaltern sitzt die Bundeswehr

Damit die Reiserückkehrer nicht endlos lange auf diese Klarheit warten müssen, ist seit dem Morgen auch die Bundeswehr an der Raststätte Hochfelln Nord im Einsatz. Sie hat zusätzlich zu den sechs Testschaltern des privaten Dienstleisters Eurofins zwei weitere in Betrieb genommen. Das erhöht die Gesamtkapazität um 25 Prozent.

Gebirgsjäger gegen Corona

Insgesamt 50 Soldatinnen und Soldaten wechseln sich an diesem Wochenende im Drei-Schicht-Betrieb ab. Die meisten von ihnen gehören dem Gebirsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen an. Sie sind für die Logistik zuständig. Den Rachenabstrich selbst nehmen Angehörige des Sanitätslehrregiments aus dem niederbayerischen Feldkirchen ab. Am Mittwoch hat Oberstleutnant Sonnenberger zum ersten Mal vom geplanten Einsatz erfahren, am Freitag gab es dann einen Ortstermin, heute früh hat seine Truppe mit der Testarbeit begonnen. Für die krisengestählte Truppe ist das eher ein einfacher Einsatz, resümiert der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons:

"Das ist keine große Herausforderung. Wir können uns auf unseren Standort abstützen, sind nur 45 Minuten weg von unserer Kaserne in Bischofswiesen, so dass jeder in seinem eigen Bett schlafen kann, die Soldaten zu ihrer Schicht hierher fahren und hier für acht Stunden eingesetzt werden und dann auch wieder in die Kaserne zurückverlegt werden." Oberstleutnant Sonnenberger, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232

Soldaten "supernett"

Laura und Felix Bucka durchlaufen am Vormittag die Teststation der Bundeswehr. Und zeigen sich, wie viele Reisende, die wir im Laufe des Tages befragen, mit der Arbeit der Bundeswehr sehr zufrieden.

"Es ging echt superschnell“, sagt das Ehepaar aus dem Allgäu, das war gar kein Problem und vor allem waren alle supernett.“

Probleme beim privaten Dienstleister

Die Bundeswehr kann also bei ihrem unverhofften Einsatz an der Corona-Heimatfront ein dickes Plus auf ihrem Imagekonto verbuchen. Profiteure sind auch das bayerische Gesundheitsministerium und der private Dienstleister Eurofins, der letztes Wochenende durch krankheitsbedingte Personalengpässe zeitweise den Testbetrieb ganz einstellen musste. Nur das kurzfristige Eingreifen von ehrenamtlichen Kräften des Bayerischen Roten Kreuzes wendete ein größeres Chaos ab.

So wie es aussieht, drohen bis zum Ende der Sommerferien keine größeren Probleme. Zumal die Bundeswehr noch bis Sonntagabend und dann noch mal am nächsten Wochenende bei den Corona-Tests an der Raststätte Hochfelln Nord im Einsatz sein wird.

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