Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Schneemassen sorgen zunehmend für Probleme in Bayern | BR24

Video nicht mehr verfügbar

Dieses Video konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Hunderte Helfer schaufeln in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein den Schnee von den Dächern. Unter der hohen Belastung könnten sie einstürzen. Sorge macht die Wettervorhersage für das Wochenende.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Schneemassen sorgen zunehmend für Probleme in Bayern

Die Schneefälle in Bayern lähmen das öffentliche Leben. Auf vielen Straßen und Schienen geht fast nichts mehr. An einer Vielzahl von Schulen fällt der Unterricht aus. Im Kampf gegen die Schneemassen hoffen die Einsatzkräfte jetzt auf besseres Wetter.

Per Mail sharen

In Teilen Süd- und Ostbayerns bleibt der Regionalverkehr in den kommenden Tagen eingestellt, wie ein DB-Sprecher heute mitteilte. In den Regionen Kempten, Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden fallen die Züge aus. Außerdem hatten die Waldbahn in Niederbayern und die Bayerische Oberlandbahn südlich von München ihren Betrieb zunächst eingestellt. Auf den Strecken von München nach Stuttgart, Nürnberg, Regensburg sowie nach Salzburg und Kufstein rollten die Züge nach DB-Angaben weitgehend nach Fahrplan.

Wegen des starken Schneefalls bleiben die Strecken Kempten - Reutte/Tirol und Immenstadt - Oberstdorf weiter gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn können dort bis einschließlich 17. Januar keine Züge fahren. Für Pendler und Urlauber ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Auf den anderen Zugstrecken im Allgäu kommt es wegen des Schnees zu teils erheblichen Verspätungen. So kommt es zum Beispiel auf der Strecke Buchloe - Kempten im Moment zu größeren Verzögerungen.

Verkehrsprobleme durch Unfälle und gesperrte Straßen

Auch viele Straßen sind wegen der Schneemassen und umgestürzter Bäume gesperrt. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und weitere Helfer sind im Dauereinsatz, um einsturzgefährdete Dächer von den Schneelasten zu befreien.

Zwischen Traunstein und Anger und zwischen Bergen und Siegsdorf-West wurde der Verkehr auf der Autobahn bis 12 Uhr in beide Fahrtrichtungen mehrfach angehalten. Dort werden die Bäume mit Hilfe eines Hubschraubers von der Schneelast befreit. Polizei und Feuerwehr leiten den Verkehr um. Bereits in der letzten Nacht musste die A8 auf Höhe des Chiemsees wegen eines querstehenden Lkw in Fahrtrichtung München gesperrt werden. Zahlreiche Menschen standen bei teils starkem Schneefall stundenlang im Stau.

Bei Lenggries stürzte am Vormittag ein 18 Tonnen schwerer Schneepflug in steilem Gelände ab und stürzte in die Isar. Rettungskräfte konnten den Mann retten, er schwebt aber in Lebensgefahr.

Dächer müssen von der Schneelast befreit werden

Im Raum Berchtesgaden sitzen Hunderte Menschen fest, weil Zufahrtsstraßen zu bestimmten Ortsteilen gesperrt sind. Am meisten Sorgen bereiten den Behörden die Schneelasten auf Bäumen und Dächern. In den nächsten Stunden und Tagen werde es darauf ankommen, mit Hilfe von Feuerwehr, THW und Bundeswehr die Schneemassen auf den Dächern abzuräumen und damit die Schneelasten zu verringern, teilte das Landratsamt mit.

Derzeit sind allein im Landkreis Berchtesgadener Land etwa 700 Helfer im Einsatz. Weitere Kräfte der Bundeswehr sollen im Laufe des Tages dazu kommen und mithelfen. Laut einem Behördensprecher gab es in der Region rund 250 Anfragen zum Räumen von Dächern, von Bürgern und Gewerbetreibenden, aber auch von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen. Die Dächer werden nun von Fachleuten überprüft.

In den betroffenen Gebieten sind wegen der Schneemassen zahlreiche Turnhallen gesperrt. So wurden allein in Memmingen vier Sporthallen wegen der hohen Schneelast dicht gemacht. Auch Supermärkte blieben vielerorts geschlossen. In Inzell im Landkreis Traunstein stürzte in der Nacht das Dach einer Lagerhalle ein. Verletzt wurde niemand.

Schneechaos: Katastrophenfall in fünf Landkreisen

Als bisher letzter von fünf Landkreisen hat am Vormittag auch der Landkreis Garmisch-Partenkirchen den Katastrophenfall festgestellt. Grund sei vor allem, dass das kleine Zeitfenster vor neuen Schneefällen genützt werden solle, um Gebäude und Bäume von den Schneelasten zu befreien. Zudem könnten weitere angekündigte Schnee- oder Regenfälle die Situation in der Region verschärfen. Durch den Katastrophenfall könne der Landkreis auch auf die Kräfte von THW und Bundeswehr zurückgreifen

Bereits am Donnerstag riefen die Behörden für Teile des Landkreises Berchtesgadener Land, für den Landkreis Traunstein sowie für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen den Katastrophenfall aus. Auch im Landkreis Miesbach gilt der Katastrophenfall. Mehr als 1.000 Helfer sind nach Behördenangaben in den südlichen Landkreisen Oberbayerns im Einsatz.

Das Landratsamt Traunstein will auch die Hilfe der Bundeswehr anfordern. Im Raum Miesbach und Berchtesgaden war sie bereits im Einsatz und räumte Dächer. Weitere Kräfte der Gebirgsjäger, der Luftwaffe, der Streitkräfte und des Sanitätsdienstes seien in erhöhter Bereitschaft, teilte ein Sprecher des Landeskommandos Bayern mit.

In 22 Landkreisen fällt die Schule aus

In 22 oberbayerischen und schwäbischen Landkreisen fiel heute der Unterricht komplett oder teilweise aus. Der Schulweg wäre laut Behörden zu gefährlich für die Kinder und Jugendlichen gewesen. Bereits in den vergangenen Tagen war in vielen Landkreisen der Unterricht ausgefallen.

Das Betreten von verschneiten Wäldern kann zurzeit akute Lebensgefahr bedeuten. Darauf wiesen heute die Bayerischen Staatsforsten hin. Waldbesuche sollten daher unbedingt vermieden werden.

Weitere Flüge am Airport München annulliert

Am Flughafen München sind auch heute bereits 90 Flüge wegen des Wetters annulliert. Das sagte eine Sprecherin dem Bayerischen Rundfunk. Weitere 20 Flüge fallen infolge eines Streiks italienischer Fluglotsen aus.

Entspannung im Bayerischen Wald

Nach den starken Schneefällen hat sich die Lage im Bayerischen Wald etwas entspannt. Vereinzelt sind allerdings noch Straßen wegen Schneebruchs gesperrt. Die Waldbahn fährt derzeit nur zwischen Gotteszell und Viechtach und zwischen Plattling und Deggendorf. Auf den anderen Strecken ist der Zugverkehr weiterhin eingestellt. Stattdessen fahren Ersatzbusse. An den Schulen ist heute wieder regulärer Unterricht. In den vergangenen Tagen war er in mehreren Bayerwald-Landkreisen vorsorglich ausgefallen.

Lawinengefahr etwas gesunken

Die Lawinengefahr ist in weiten Teilen der bayerischen Alpen nach Einschätzung von Experten gesunken. Für heute stufte der Lawinenwarndienst Bayern die Gefahr nur noch für die Berchtesgadener Alpen als groß ein, das ist die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Für den übrigen Alpenraum gelte erhebliche Gefahr, Warnstufe 3. In den vergangenen Tagen waren die Fachleute flächendeckend von einer großen Lawinengefahr ausgegangen, was Stufe 4 entspricht. Sie mahnt aber weiterhin zur besonderen Vorsicht und überlegter Routenwahl.

Mehr zum Thema
  • Schneefrei: Wo am Freitag in Bayern die Schule ausfällt
  • Katastrophenfall auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
  • Autofahrer harrten Stunden im Stau auf A8 aus
  • Schneefälle in Bayern: Das müssen Sie wissen
  • Schnee: Bahnstrecken bleiben mehrere Tage gesperrt
  • Schnee und kein Ende: Der Winter hat Bayern weiter im Griff
Sendung

B5 Nachrichten

Autor
  • BR24 Redaktion
Schlagwörter