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Einsatzkräfte schaufeln Schnee von einem Dach in Elisabethszell (Bayerischer Wald).
© dpa / Armin Weigel

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Sandra Demmelhuber
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Einsatzkräfte schaufeln Schnee von einem Dach in Elisabethszell (Bayerischer Wald).

Elf Tage, 8.481 Einsatzkräfte, unzählige Einsätze - das ist die Bilanz des Katastrophenfalls in Miesbach. Der Landkreis war der erste der fünf südbayerischen Landkreise, der wegen des Schnees den Katastrophenfall feststellte. Am Donnerstagabend wurde er von Landrat Wolfgang Rzehak wieder aufgehoben. "Zurück bleiben erschöpfte Helfer aus dem Landkreis und ganz Bayern - sowie das befriedigende Gefühl, durch den gemeinsamen Einsatz den Landkreis und seine Bürger vor großem Schaden bewahrt zu haben“, heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes.

Der starke Schneefall hatte das öffentliche Leben massiv beeinträchtigt: Straßen waren zum Teil nicht mehr befahrbar, der Bahnverkehr wurde eingestellt. An sieben Schultagen hatten die Kinder im Landkreis keinen Unterricht.

Nach wie vor kommt es im Oberland zu Zugausfällen, Verspätungen und Streckensperren. Voraussichtlich werden die Beeinträchtigungen noch bis zum Wochenende anhalten.

Weiterhin Katastrophenfall im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein

Weiter gilt der Katastrophenfall im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein. In Traunstein waren auch heute wieder etwa 1.300 Kräfte im Einsatz, rund die Hälfte davon in der Gemeinde Reit im Winkel, dort wurden vor allem Dächer von den Schneemassen befreit.

Im Berchtesgadener Land stellte sich am Donnerstag die Gefahrenlage im Katastrophenfall leicht entspannt dar. Etwa 1.000 Hilfskräfte haben knapp 200 Dächer von der Schneelast befreit. Somit wurden seit Beginn des Katastrophenfalls am 10. Januar insgesamt rund 1.400 Dächer abgeräumt. Die Gefahr von Lawinenabgängen ist im Landkreis jedoch unverändert groß.

Evakuierung von Schlechinger Ortsteil Raiten aufgehoben

Die Sperrung des Schlechinger Ortsteils Raiten (Lkr. Traunstein) ist am Donnerstag Abend aufgehoben worden. Wie das Landratsamt Traunstein bekanntgab, hat sich die Lawinengefahr entspannt. Die Wahrscheinlichkeit eines großen Lawinenabgangs, der die Wohnbebauung erreichen könne, sei gering.

Die Bewohner von Raiten mussten aufgrund großer Lawinengefahr die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auswärts schlafen. Der Ortsteil war komplett evakuiert worden. Vor zehn Jahren war an der Stelle eine Lawine abgegangen, rund 150 Meter vor den Häusern aber zum Stehen gekommen.

Wegen Lawinengefahr ist in Schleching der Ortsteil Raiten geräumt worden. Über 200 Menschen mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen.

Wegen Lawinengefahr ist in Schleching der Ortsteil Raiten geräumt worden. Über 200 Menschen mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen.

Wetteraussichten: Keine großen Schneemengen erwartet

Die Lawinengefahr sinkt inzwischen leicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte mit, dass große Mengen an Neuschnee von Freitag an nicht mehr in Sicht seien. Das Hoch "Brigida" soll zum Wochenende ruhigeres, aber kaltes Wetter nach Deutschland bringen.