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Mit vereinten Kräften räumen Einsatzteams der Gebirgsjägerbrigade 23, des THW und der Feuerwehr Schnee von Hausdächern im Berchtesgadener Land
© Bundeswehr/Weber

Autoren

BR24 Redaktion
Martin Breitkopf
Daniel Knopp
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Mit vereinten Kräften räumen Einsatzteams der Gebirgsjägerbrigade 23, des THW und der Feuerwehr Schnee von Hausdächern im Berchtesgadener Land

Die Dächer müssen frei werden, die Einsatzkräfte schippen im Akkord: Für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Traunstein, Garmisch-Partenkirchen und Teile des Berchtesgadener Lands gilt der Katastrophenfall. Mehr als 100 Feuerwehreinsatzkräfte sind heute allein aus Nürnberg in die Katastrophengebiete unterwegs.

Viel Schnee und Dauerregen

Die Wetterprognosen verheißen auch für die kommenden Tagen nichts Gutes. Der Deutsche Wetterdienst hat die höchste Unwetter-Warnstufe für alle Alpenlandkreise herausgegeben: Lindau, Ostallgäu, Oberallgäu, Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land.

In Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen hat es die Nacht über leicht geregnet und in höheren Lagen geschneit. Auf der Zugspitze etwa sind rund 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. Derzeit liegen dort 365 Zentimeter Schnee. Der Skibetrieb wird heute normal aufgenommen. Jedoch weisen die Betreiber auf mögliche Einschränkungen wegen Sturmböen hin.

Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Warnung vor schweren Sturmböen herausgegeben. Oberhalb von 1.500 Metern Höhe sind Sturmböen bis 100 Stundenkilometer möglich und in exponierten Lagen sogar orkanartige Böen mit 115 Stundenkilometer.

Zahlreiche Dächer müssen von Schneemassen befreit werden

Auch in tieferen Lagen frischt der Wind auf. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor umfallenden Bäumen und herumfliegenden Gegenständen. Dazu kommt eine Warnung vor Tauwetter. Bei Temperaturen über Null und Dauerregen in Lagen unterhalb von 800 Metern soll es zu einem starken Abtauen der Schneedecke kommen. Es drohen nun Überschwemmungen an mehreren Flüssen nördlich der Donau und in den Alpen. In den Krisenregionen wird heute den ganzen Tag über unvermindert weitergearbeitet. Die Dachlast wird vielerorts dramatisch steigen. Zahlreiche Dächer müssen daher von den Schneemassen befreit werden.

Landkreise bitten Bürger um Schneeschaufeln

Mittlerweile werden in der bayerischen Alpenregion Schneeschaufeln und Räumgeräte knapp. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat deshalb Bürger gebeten, ihre Schneeräumer leihweise zur Verfügung zu stellen.

Die Lawinengefahr in den Alpen ist erheblich. In Ruhpolding und Reit im Winkl im Kreis Traunstein nahm die Bundeswehr am Samstag nach Behördenangaben mehrere kontrollierte Lawinensprengungen vor.

Feuerwehren und THW aus ganz Deutschland im Einsatz

Die Katastrophenfall-Landkreise bekommen Unterstützung aus ganz Deutschland. Freiwillige Feuerwehren sind in Mannschaftstärke auf Flachdächern unterwegs und schaufeln den vielerorts mittlerweile feuchten und schweren Schnee herunter. Auch die Bundeswehr unterstützt mit schwerem Gerät und Soldaten.

Tausende Hilfskräfte schaufeln Schnee von den Dächern

Insgesamt sind jetzt rund 5.000 Helfer im Einsatz. Weitere stehen auf Abruf bereit, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Samstag bei einem Besuch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Seit Tagen ist dort auch der Katastrophenfall ausgerufen. Söder sprach von einer bedrohlichen Lage.

Generell wird den Menschen empfohlen, alle unnötigen Autofahrten zu vermeiden und am besten in der nächsten Zeit zu Hause zu bleiben. Eine Wetterberuhigung wird es vermutlich erst am Dienstag geben.

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B5 Nachrichten vom 13.01.2019 - 07:00 Uhr