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Schneechaos: BOB prüft nach Zugausfällen rechtliche Schritte | BR24

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Nach dem Schneechaos im Süden Bayerns erwägt die Bayerische Oberlandbahn wegen ausgefallener Züge rechtliche Schritte gegen die Deutsche Bahn. Die ist als Strecken-Betreiber für die Räumung der Gleise verantwortlich.

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Schneechaos: BOB prüft nach Zugausfällen rechtliche Schritte

Eineinhalb Monate nach dem Schneechaos im Süden Bayerns erwägt die Bayerische Oberlandbahn (BOB) wegen ausgefallener Züge rechtliche Schritte gegen die Deutsche Bahn. Die ist als Strecken-Betreiber für die Räumung der Gleise verantwortlich.

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Wegen der massiven Schneefälle musste die Bayerische Oberlandbahn für ihre BOB-Züge im Januar fast ein Viertel ihres Angebots streichen. Gut 23 Prozent der geplanten Kilometer seien nicht befahren worden, sagte der Vorstandschef der Bayerischen Oberlandbahn und der Bayerischen Regiobahn, Fabian Amini. Ein Grund sei gewesen, dass die Deutsche Bahn (DB) als Betreiber der Strecken diese nicht ausreichend geräumt habe. Es habe an Personal und an Räumfahrzeugen gefehlt. Etwa zehn Tage lang fuhr südlich von Holzkirchen fast kein Zug der BOB.

Das Unternehmen prüfe daher zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen die Deutsche Bahn. Zusätzlich habe man bei der Bundesnetzagentur Beschwerde eingereicht. Der Fall werde dort derzeit geprüft.

Deutsche Bahn weist Schuld von sich

Die Deutsche Bahn lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Die Wetterlage sei extrem schwierig gewesen, sagte ein Sprecher. Alle betroffenen Strecken hätten in Landkreisen gelegen, in denen wegen der Schneemassen der Katastrophenfall galt. Auch im österreichischen Tirol seien viele Strecken in der Zeit nicht befahrbar gewesen.

Allerdings gebe es in dem Gebiet viele ältere Anlagen mit mechanischer Leit- und Sicherungstechnik, deren Räumung erheblich aufwendiger sei, so der DB-Sprecher weiter. Zudem seien Bahnübergänge von den Räumdiensten der Straße "regelrecht zugeschippt" worden. Die Bahn sei auf dem Weg zu erarbeiten, wo man besser werden müsse und wie man den Winterdienst effektiver machen könne. Hier müssten aber auch die Gemeinden ins Boot geholt werden. Auch die BOB müsse an ihren Fahrzeugen arbeiten, die teils nicht für große Schneehöhen geeignet seien. Dem widerspricht wiederum die Bayerische Oberlandbahn. "Die Fahrzeuge sind durchaus wintertauglich", sagte ein Sprecher.

Auch die BOB will nachbessern

Tatsächlich funktionierte es bei den Regionalbahnen in anderen Teilen Südbayerns besser. Bei der Bayerischen Regiobahn mit der Ostallgäu-Lechfeld-Bahn sowie bei dem zur Bayerischen Oberlandbahn gehörigen Meridian hätten die Ausfälle im Januar bei maximal drei Prozent gelegen, sagte Amini. Allerdings habe es dort weniger Schnee gegeben als im Oberland. Der Vorstandschef von BOB und Bayerischer Regiobahn versprach, dass man nachbessern werde.

"Wir werden das Störfallmanagement verbessern und Notfallkonzepte mit den öffentlichen Stellen erarbeiten." Fabian Amini, Vorstandschef BOB und Bayerische Regiobahn

Das stellte Amini nach einem Treffen mit dem Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) in Aussicht. Zudem wolle das Unternehmen den Ersatz von Zügen mit Bussen optimieren und die Fahrgäste in solchen Fällen künftig auch besser informieren.

Miesbacher Landrat: "Es wurde zu viel kaputtgespart"

Wolfgang Rzehak mahnte, eine Situation wie im Januar dürfe sich nicht wiederholen. Ein großer Teil des Problems liege bei der DB Netz, die für den Betrieb auf den Schienen sorgen muss. "Wir brauchen eine bessere, belastbare Infrastruktur im Oberland. Jetzt zeigt es sich: Es wurde zu viel kaputtgespart", so der Miesbacher Landrat. Rzehak kritisierte vor allem die Privatisierung der Deutschen Bahn. Aus Kostengründen sei auch viel Infrastruktur abgebaut worden, etwa viele Nebengleise, die als Ausweichmöglichkeit hätten dienen können.

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