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Schnee in den Bergen - Vorsicht bei Touren über 1.500 Meter Höhe | BR24

© BR/Beate Bastian

In den Allgäuer Alpen ist die Schneelage für Wanderer und Tourengeher zum Teil lebensbedrohlich. Oberhalb von 1.800 Metern muss weiterhin mit geschlossenen Schneedecken gerechnet werden. Örtlich besteht Lawinen-Gefahr.

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Schnee in den Bergen - Vorsicht bei Touren über 1.500 Meter Höhe

Auch an Pfingsten wird in höheren Lagen der bayerischen Alpen noch außergewöhnlich viel Schnee liegen. Oberhalb von 1.800 Metern ist die Schneedecke vielerorts noch komplett geschlossen. Bergsteiger müssen deshalb besonders vorsichtig sein.

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Weiterhin ist mit außergewöhnlich viel Schnee in den höheren Lagen der bayerischen Alpen zu rechnen. Über 2.000 Metern Höhe herrscht vielerorts noch der Winter in den Bergen. Der Bayerische Lawinenwarndienst spricht auf seiner Homepage von "Altschnee oder Altschneeresten, die jederzeit und unvorhersehbar im Steilgelände abrutschen können".

Warnung vor Nass- und Gleitschneelawinen

Sowohl der Lawinenwarndienst Bayern als auch der Deutsche Alpenverein (DAV) warnen vor Nass- und Gleitschneelawinen. Etwa ab der Waldgrenze zwischen 1.600 und 1.800 Metern liege noch Schnee.

Vor allem an nordseitigen Hängen sei Vorsicht geboten, da diese schattig sind. Dort liegt laut Information des DAV noch Schnee bis zu einem Meter Höhe - an manchen Stellen sogar noch höher. Vor allem in den Allgäuer Hochalpen, aber auch im Berchtesgadener Hochland und im Karwendel.

"Touren sollte man hier, wenn man unerfahren ist, meiden", empfiehlt Stefan Winter vom DAV. Auf Grund der großen Schneemassen oberhalb von 1.800 Metern könne bei starker Sonneneinstrahlung und entsprechender Hangneigung schnell eine Gleitschneelawine abgehen.

Erste Unglücke belegen die gefährliche Situation

Die Folgen einer Gleitschneelawine zeigten sich am vergangenen Sonntag bei Oberammergau: zwischen Laber und Ettaler Manndl hatte sich eine Lawine gelöst - vier Wanderer wurden mitgerissen, konnten sich aber noch selbst aus dem Schnee befreien.

Weniger Glück hatten zwei deutsche Wanderer in Österreich. Die Bergsteiger hatten laut Polizei in einer Dreiergruppe eine Bergtour um den Widderstein im Kleinwalsertal (Vorarlberg) gemacht. Im Bereich eines Schneefeldes seien sie vom Weg abgekommen, die 40-Jährige sei dann ausgerutscht und in einem Schneeloch verschwunden. Bei dem Versuch, der Frau hinterherzusteigen, sei ihr Begleiter ebenfalls abgerutscht.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurden die 40 Jahre alte Frau und ihr 41 Jahre alter Lebenspartner etwa 30 Meter abwärts des Schneelochs gefunden, in das sie am Dienstag gestürzt waren. Die genaue Todesursache war zunächst noch nicht bekannt. Nach den beiden Wanderern aus dem Großraum Hannover hatte am Dienstag und Mittwoch ein Team von mehr als 40 Bergrettern und Alpinpolizisten gesucht.

Vorsicht auch in den Allgäuer Alpen

In den Allgäuer Alpen ist die Schneelage für Wanderer und Tourengeher zum Teil lebensbedrohlich. Das teilte die Alpinberatung Oberstdorf dem BR mit. Oberhalb von 1.800 Metern muss weiterhin mit geschlossenen Schneedecken gerechnet werden, in Schattenlagen liegt die Schneegrenze noch deutlich darunter. Örtlich besteht die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen.

Viele Hüttenanstiege sind nicht oder nur teilweise begehbar, daher bleiben auch viele Schutzhütten geschlossen. Vor einem Aufstieg zur Enzianhütte bei Oberstdorf wird ausdrücklich gewarnt. Altschnee sei hier nicht gespurt, es bestehe erhöhte Lawinengefahr, so ein Sprecher der alpinen Information.

Auch vor einer Bergtour auf das Rubihorn wird dringend abgeraten. Auch hier sei der Grat schneebedeckt, zudem sei der Abstieg zur Seealpe aufgrund von Sturmschäden nicht möglich. Die Klettersteige in den Allgäuer Alpen sind voraussichtlich erst ab Mitte Juni begehbar. Aber auch dann müssen Wanderer noch mit reichlich Altschnee rechnen.

Viele Berghütten bleiben geschlossen

Aufgrund der Schneelage bleiben an Pfingsten viele Berghütten geschlossen. Bei höher gelegenen Hütten sind die Zustiegs- und Versorgungswege oft noch vom Schnee blockiert. Einige Berghütten haben deshalb ihren Saisonstart nach hinten verschoben. So etwa die Lamsenjochhütte, die auf 1.953 Höhe im Karwendelgebirge liegt.

"Rund um unsere Hütte liegen noch zwischen zwei und acht Meter Schnee. Die Zustiegswege sowie die schmale Schotterstraße für die Versorgung der Hütte sind zum Teil von großen Lawinenkegeln verschüttet“, berichtet Hüttenwirt Christian Füruter.

Vor einer Tour bei den Hütten nach Zustiegswegen erkundigen

Auch die Augsburger Hütte (1.885 Meter) in den Lechtaler Alpen öffnet voraussichtlich erst in zwei Wochen. Die Herrmann-von-Barth-Hütte (2.131 Meter) will schon nächste Woche aufmachen. Die Öffnungstermine der Hütten können sich aber, je nach Wetter, erneut verschieben.

Deshalb rät der Deutsche Alpenverein, sich vor einer Tour auf jeden Fall bei den Hütten zu erkundigen, ob sie offen haben und die Zustiegswege schneefrei sind. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Deutschen Alpenvereins.