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Schnee in Bayern: Immer mehr Behinderungen und Staus | BR24

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Behinderungen nach Schneefällen

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Schnee in Bayern: Immer mehr Behinderungen und Staus

Schneefälle haben in Bayern zu Verkehrsbehinderungen und kilometerlangen Staus geführt. Lkw stehen quer, Autobahnen müssen in Abschnitten gesperrt werden. Am Flughafen München wurden 90 Flüge annulliert. Für den Alpenrand gilt eine Unwetterwarnung.

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Die ergiebigen Schneefälle erschweren zunehmend den Verkehr auf den Straßen. Inzwischen stehen auf Autobahnen bis hin zu kleineren Straßen Lkw quer und Autos schlittern in Straßengräben. Die A9 Nürnberg Richtung München war zwischen Allersberg und Hilpoltstein nach einem Unfall gesperrt. Auf der A6 Nürnberg Richtung Heilbronn blockierte ein Lkw die Einfahrt Ansbach. Die B533 zwischen Kaltenbrunn und Mapferding im Bayerischen Wald war wegen umgestürzter Bäume in beide Fahrtrichtungen vorübergehend gesperrt. Auf der A3 Nürnberg Richtung Passau ereignete sich zwischen Iggensbach und Garham/Vilshofen ein LKW-Unfall - hier stauten sich Autos ab Hengersberg auf einer Länge von 29 Kilometern. Auch auf der A8 gibt es inzwischen kilometerlange Staus. "Die A8 ist schon relativ zu. Wie viel davon Rückreiseverkehr ist, wie viel wetterbedingt, lässt sich schwer sagen", so die BR-Verkehrsredaktion.

Räumfahrzeuge im Dauereinsatz

Starke Schneefälle werden derzeit zum Beispiel aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land gemeldet. Seit gestern schneit es dort fast durch. In den Gemeinden liegt inzwischen mehr als ein halber Meter Schnee. Die Streu- und Räumdienste sind im Dauereinsatz, schaffen es aber kaum, die Fahrbahnen freizuhalten. Nach Auskunft des Polizeipräsidium Oberbayern Süd haben sich im gesamten Bereich einzelne Verkehrsunfälle ereignet, die allesamt mit Blechschäden abgingen. Zwischen Neuhaus und Spitzingsee herrscht inzwischen in beiden Richtungen Schneekettenpflicht.

Auch in Niederbayern kommt es inzwischen zu zahlreichen Behinderungen, vor allem durch liegengebliebene Laster. Größere Unfälle sind der Polizei derzeit aber nicht bekannt. Auch Verletzte gebe es nach derzeitigen Stand keine, so der Polizeisprecher.

Betrieb der Waldbahn eingestellt

Wegen des starken Schneefalls ist der Betrieb auf der niederbayerischen Waldbahn vorläufig gestoppt worden.

"Etliche Bäume sind unter der Schneelast zusammengebrochen und blockieren die Schienen." Polizeisprecher

Schneeräumen sei derzeit unmöglich, da das Befahren der Wälder lebensgefährlich sei. Alle Reisenden wurden bis in die nächsten Bahnhöfe gebracht. Schienenersatzverkehr auf den Strecken rund um Zwiesel gibt es den Angaben zufolge nicht. Wegen schneeglatter Straßen könnten keine Busse eingesetzt werden. Das Bahnunternehmen riet Reisenden, auf Fahrten zu verzichten. Regulärer Betrieb sei frühestens ab Sonntag wieder möglich.

In München fallen 90 Flüge aus

Schneefälle haben am Münchner Flughafen zu Streichungen und Verspätungen geführt. Wegen des Wintereinbruchs wurden fast zehn Prozent der Flüge annulliert: 90 der für heute geplanten 860 Starts und Landungen wurden abgesagt, wie eine Sprecherin dem Bayerischen Rundfunk mitteilte. Allerdings gebe es deshalb "kein Chaos", schließlich seien die voraussichtlichen Probleme "vorher kommuniziert" worden. Bei etwa einem halben Dutzend Flügen gab es Verspätungen von mehr als einer halben Stunde. Der Winterdienst ist durchgehend im Einsatz. Immer wieder wird eine der beiden Bahnen gesperrrt, damit sie von Schnee und Eis befreit werden kann.

© pa/dpa/Lino Mirgeler

Geschlossene Schneedecke auf einer Straße bei Hohenlinden (Oberbayern)

Kaum Störungen bei der Bahn

Bei der Bahn gibt es bislang kaum Störungen durch das Winterwetter. Weil sich eine Weiche nicht bewegen ließ, mussten zwischen Mühldorf und Freilassing heute früh drei Züge gestrichen werden. Gegen 8 Uhr hatten Techniker die Weiche dann wieder gangbar gemacht. In München kam es auf der S2 und S7 zu Verspätungen von etwa 15 Minuten. Die Bahn warnt bereits seit Tagen, dass wegen des Wintereinbruchs in weiten Teilen Bayerns mit Behinderungen und Ausfällen zu rechnen sei. Reisende sollen sich vor Fahrtantritt informieren zum Beispiel im Internet auf Bahn.de oder der DB Navigator App und mehr Zeit einkalkulieren.

Große Lawinengefahr in den Bergen

Vorsicht heißt es auch in den Alpen: Laut Lawinenwarndienst Bayern herrscht die zweithöchste Gefahrenstufe 4. Das Hauptproblem stelle die enorme Auflast des Neuschnees auf die instabile Altschneedecke dar. Aus neuschneereichen und triebschneebeladenen Einzugsgebieten ist demnach mit der Selbstauslösung großer Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen, die große Reichweiten erzielen. Auch hangnahe Verkehrs- und Wanderwege können betroffen sein. Die Bergwacht und der Deutsche Alpenverein warnten vor Ski- oder Wandertouren in unsicheren Gebieten.

Viel Neuschnee erwartet

Bis Montag könnte es auch in tieferen Lagen des Freistaates insgesamt 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee geben. In einigen Staulagen ist sogar mit bis zu 80, in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen sogar mit bis zu 100 Zentimeter zu rechnen. Mit den angekündigten Schneefällen wird sich die Lawinensituation weiter verschärfen.

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