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Schnee in der Rhön, Fackeln im Weinberg | BR24

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Schnee in der Rhön und Spätfrost in den Weinbergen: Obwohl wir schon Mai haben, brachte das Wochenende in Mainfranken Wetterkapriolen.

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Schnee in der Rhön, Fackeln im Weinberg

Wetterkapriolen im Mai: Am Kreuzberg schneit es, in den Weinbergen kämpften die Winzer gegen den Frost. Im fränkischen Weinland mussten Reben mit Fackeln vor dem Kältetod beschützt werden.

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Schnee im Wonnemonat Mai ist man selbst in der Rhön nicht gewohnt. Am Samstagmorgen war dort alles weiß. Die Arnsberglifte bei Bischofsheim an der Rhön schienen geradezu auf die nächsten Skifahrer zu warten, auch wenn sie nicht in Betrieb waren. "Gestern früh sind hier schon ganz schön dicke Flocken runtergekommen, jetzt ist das meiste wieder weg. Gerade noch wie eine Schicht Puderzucker", sagt Anita Neubauer vom Kloster Kreuzberg. Mit Sommerreifen hat sie sich nicht getraut, den Kreuzberg zur Arbeit hochzufahren, das Auto musste sie kurzerhand tauschen.

Fackeln als Heizung im Weinberg

Etwas südlicher im fränkischen Weinland haben besorgte Passanten die Kitzinger Feuerwehr alarmiert und einen brennenden Weinberg gemeldet. Ausrücken mussten die Brandbekämpfer jedoch nicht: Winzer aus Bimbach haben dem Frost den Kampf angesagt und versuchten, die Weinreben in der Nacht mit Fackeln vor dem Kältetod zu schützen.

© Arnsberglifte

Schnee am Arnsberg Anfang Mai

Weinbautechnikerin Kerstin Laufer und ihr Kollege Johannes Weichert rückten mitten in der Nacht bei -0,5 Grad Celsius aus, um die Ernte zu retten. Dazu hatten sie bereits im Vorfeld ca. 200 Paraffinfackeln in Feuertöpfen auf dem rund 2,5 Hektar großen Weinberg verteilt, auf dem sie ihre Premium-Tropfen anbauen. Ihnen geht es dabei um die besonders anfälligen Rebsorten Weißburgunder und Chardonnay. Bereits wenige Stunden Frost könnten eine Ernte im schlimmsten Fall komplett zerstören.

"Bei einer Stunde kann man von 20 Prozent Schaden reden, habe ich -4 Grad, dann ist sowieso fast alles hinüber." Kerstin Laufer, Weinbautechnikerin und Oenologin
© News5

Winzerin Kerstin Laufer zündet eine Paraffinfackel an

Maifröste sind tödlich für die Weinreben, besonders wenn der Winter und das Frühjahr zu warm waren. Denn so treiben die Reben früher aus und das feine Blattwerk ist dem Frost schutzlos ausgesetzt.

Frost lässt Winzer zittern

Auch in der Nacht auf Montag könnten die Fackeln bei Kerstin Laufer in Bimbach wieder zum Einsatz kommen - denn auch dann soll das Thermometer nahe an die null Grad Marke rutschen.

© News5

Feuerschlange durch den Weinberg

Hermann Mengler, Weinfachberater des Bezirks Unterfranken, gibt momentan Entwarnung: "Wir waren natürlich alle Gewehr bei Fuß und haben in den entsprechenden Lagen Eimer mit Brennflüssigkeit ausgestellt, mussten sie aber nicht einsetzen. Wir sind hier eher noch im Plusbereich, da passiert noch nix!" Für die kritische Nacht auf Montag hofft er, dass die Temperaturen nicht in den Minusbereich sinken.

Im Weingut Baldauf in Ramsthal ist man sich sicher: Die Weinberge hat der Frost alle erwischt bei nächtlichen -1,2 Grad. Ob die Austriebe dadurch bereits Schäden erlitten haben, ist jedoch noch nicht klar.

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Von
  • Conny Kleinschroth
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