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Schmuggel mit geschützten Tieren und Pflanzen steigt deutlich | BR24

© Hauptzollamt Nürnberg

Zöllner inspiziert Lkw-Ladung

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    Schmuggel mit geschützten Tieren und Pflanzen steigt deutlich

    Der Schmuggel mit streng geschützten Tieren und Pflanzen hat auch in Mittelfranken deutlich zugenommen. Die Zahl hat sich verdreifacht – obwohl von Nürnberg aus gar keine Fernflüge in die Herkunftsländer in Asien oder Afrika gehen.

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    145 geschützte Arten haben die Zöllnerinnen und Zöllner aus Paketen sowie Koffern und Taschen von Reisenden beschlagnahmt. Das seien dreimal so viele wie noch 2017, teilte das Hauptzollamt Nürnberg mit. Bundesweit haben die Beamten 2018 71.000 geschützte Exemplare sichergestellt. Unter den beschlagnahmten Tieren und Pflanzen waren vor allem Korallen und Riesenmuscheln, aber auch Schmetterlinge, Nachtkästchen aus geschütztem Tropenholz oder Delphinschädel. Ein massiver Schaden für den Artenschutz, meint Pressesprecherin Martina Stumpf

    "Müssen die Leute denn alles haben? Die Sachen verstauben doch nur in den Regalen, und für die Ökosysteme in den Herkunftsländern sind die Tiere und Pflanzen unwiederbringlich verloren. Artenschutz ist Umweltschutz!" Martina Stumpf, Pressesprecherin Hauptzollamt Nürnberg

    Auch wenn viele der geschützten Arten in den Herkunftsländern auf Märkten angeboten würden, schütze das die Reisenden nicht vor Strafen, so Stumpf. Immer wieder komme es auch vor, dass Reisende versuchen, lebende Tiere wie Geckos oder Vogelspinnen zu schmuggeln, von denen viele bereits tot in Deutschland ankommen.

    Gefälschte Sportschuhe sind der "Renner"

    Auch der Schmuggel mit gefälschten Markenartikeln hat in Mittelfranken deutlich zugenommen. Die 560 Zöllnerinnen und Zöllner stellten 2018 über 170.000 Plagiate im Wert von über 2,8 Millionen Euro sicher. Die Körperpflegeprodukte, Parfums, Eierkocher, Spielzeuge und anderen gefälschten Produkte befanden sich meist in Postpaketen. Der "Renner" auf dem Markt der Fälschungen seien aber vor allem Sportschuhe.

    Zoll nimmt knapp 2,5 Milliarden Euro ein

    Insgesamt nahm das Hauptzollamt Nürnberg im vergangenen Jahr knapp 2,5 Milliarden Euro ein. Den größten Anteil machte die Einfuhrumsatzsteuer aus. Firmen und Privatpersonen versuchten, dem Zoll knapp 1,8 Milliarden Euro vorzuenthalten. Insgesamt hat das Hauptzollamt Nürnberg mit seinen vier Niederlassungen in der Stadt und einem Standort in Weißenburg knapp 15 Millionen Waren überprüft. Das waren 2,6 Millionen Päckchen und Pakete, knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr.