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Schließung: Flüchtlinge verlassen "Ankerzentrum" Donauwörth | BR24

© BR/Judith Zacher

Ende des Jahres wird das Ankerzentrum Donauwörth schließen. Jetzt sind die letzten Flüchtlinge ausgezogen. Bald werden auf dem Gelände neue Wohnungen und Geschäft enstehen.

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Schließung: Flüchtlinge verlassen "Ankerzentrum" Donauwörth

Ende des Jahres wird das "Ankerzentrum" Donauwörth schließen. Die letzten verbliebenen Flüchtlinge sind jetzt ausgezogen. Auf dem Gelände sollen bald neue Wohnungen und Geschäfte enstehen.

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Am Morgen des 19. Dezembers haben die letzten 13 Flüchtlinge im "Ankerzentrum" Donauwörth ihr Ticket bekommen, um in eine neue Unterkunft zu fahren. Zum Ende des Jahres schließt die Aufnahmestelle für Asylbewerber in Donauwörth, der Mietvertrag läuft aus. Da auf dem rund 20 Hektar großen Gelände ein Wohn- und Geschäftsviertel entstehen soll, war von Anfang an vorgesehen, dass das "Ankerzentrum" Ende 2019 schließen wird.

Flüchtlingsunterkünfte in Kempten und Neu-Ulm noch nicht gebaut

Weil der Bezirk Schwaben nach eigener Angabe keine Immobilie für ein anderes "Ankerzentrum" gefunden hat, werden die Flüchtlinge künftig auf sieben kleinere "Anker-Unterkünfte" verteilt und zwar in Augsburg, Neu-Ulm, Mering und Kempten. Die Einrichtungen in Kempten und Neu-Ulm sind allerdings noch nicht gebaut. Deshalb werden die Asylbewerber aus Donauwörth jetzt in anderen Immobilien untergebracht. Die "Anker-Unterkunft" in Kempten soll nächstes Jahr im Herbst fertiggestellt werden und die Unterkunft in Neu-Ulm im April.

Hunderte Plätze für Asylbewerber in Kempten und Neu-Ulm

Zur Zeit stehen in Schwaben insgesamt 600 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung. In Neu-Ulm entstehen weitere 250 Plätze und in Kempten 380. Außerdem soll bis zum Herbst in der Berliner Allee in Augsburg eine Schule gebaut werden. Die rund 40 Kinder, die dort künftig unterrichtet werden sollen, gehen zur Zeit in die Augsburger Herrenbach Grund- und Mittelschule in drei Klassen, die für sie eingerichtet wurden. Wegen der Schule werden alle Flüchtlingsfamilien mit schulpflichtigen Kindern künftig in der Berliner Allee untergebracht.

Behördenzentrum für Flüchtlinge statt "Ankerzentrum"

Auch wenn es in Schwaben kein "Ankerzentrum" wie in anderen Bezirken mehr geben wird - einen zentralen Ort, an dem alle entscheidenden Behörden vertreten sind, gibt es nach wie vor: das Behördenzentrum im Kobelweg in Augsburg. Dort werden sich die Flüchtlinge aber nur wenige Tage aufhalten. Anschließend ziehen sie in eine der neuen "Anker-Unterkünfte".

💡 Was ist ein Ankerzentrum?

Das Wort "Anker" steht für für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Um diese Aufgaben zu bewältigen, sollen mehrere Institutionen in den sogenannten Ankerzentren eng vernetzt miteinander arbeiten: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter sowie Ausländerbehörden und Verwaltungsgerichte. Kurze Wege sollen Verfahren beschleunigen. Die Aufgaben werden gebündelt erfüllt.

Zunächst wird die Identität der Flüchtlinge festgestellt. Nach der Altersbestimmung werden unbegleitete Minderjährige durch Jugendbehörden in Obhut genommen. Erwachsene bleiben in den "Anker-Einrichtungen".

Der Aufenthalt in den "Ankerzentren" soll in der Regel maximal 18 Monate dauern, bei Familien mit minderjährigen Kindern sechs Monate. Laut Koalitionsvertrag sollen nur noch diejenigen auf die Kommunen verteilt werden, für die eine positive Bleibeprognose bestehe. Alle anderen sollen aus den "Ankerzentren" in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.