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Schleuser im Gespräch mit Verteidiger und Dolmetscherin
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Autoren

Martin Gruber
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Schleuser im Gespräch mit Verteidiger und Dolmetscherin

Gleich am ersten Verhandlungstag am Landgericht Passau ist auch das Urteil gefallen: Ein Schleuser muss für drei Jahre ins Gefängnis.

Lebensgefährlicher Transport

Der türkische Staatsbürger hatte 45 Flüchtlinge - Syrer, Iraner, Iraker und Somalier - in einem Lastwagen mit Planenaufbau von Rumänien nach Deutschland transportiert. Die Fahrt dauerte 20 Stunden und verlief unter lebensgefährlichen Umständen. Der Lastwagen hatte schwere Holzpaletten geladen, die bei einem Bremsmanöver über die Ladefläche rutschten und drei der Migranten verletzten. Die 45 Flüchtlinge, darunter mehrere kleine Kinder, waren auf knapp 15 Metern der Ladefläche zusammengepfercht und mussten hier auch ihre Notdurft verrichten. Dazu die Richterin:

"Der Platz reicht nicht mal für Legehennen. So wird nicht mal Schlachtvieh transportiert." Richterin

Der Schleuserlohn lag zwischen 1.000 und 9.000 Euro.

Schleuser war geständig

Der Angeklagte gestand zu Prozessbeginn die Schleuserfahrt, gab aber an, er habe erst während der Fahrt erfahren, dass er Menschen transportiere. Die Schleuserfahrt, die in einem Waldstück in Schmidham bei Ruhstorf (Lkr. Passau) endete, wurde von einer international agierenden Schleuserbande organisiert.

Wie die "Passauer Neue Presse" berichtet, war durch das Geständnis die Festnahme eines führenden Mitgliedes der Bande möglich. Deshalb auch die vergleichsweise milde Strafe für den 54-jährigen Angeklagten, so die PNP.