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Henry Schramm in Kulmbach und Harald Fichtner in Hof abgewählt | BR24

© Stadt Kulmbach/Thomas Köhler

Henry Schramm ist nach 14-jähriger Amtszeit nicht mehr Oberbürgermeister von Kulmbach.

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Henry Schramm in Kulmbach und Harald Fichtner in Hof abgewählt

Ob in Kulmbach, Hof oder Coburg: Die CSU musste bei den Stichwahlen in Oberfranken zum Teil herbe Niederlagen hinnehmen. Auf der anderen Seite stehen einige nur wenige Siege zu Buche - wie in Bayreuth und im Landkreis Bamberg.

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Die CSU in Oberfranken gab bei der Stichwahl ein enttäuschendes Gesamtbild ab: Neben abgewählten Oberbürgermeistern in Hof und Kulmbach musste sie auch in anderen Kommunen teils knappe Niederlagen hinnehmen.

Paukenschlag in Kulmbach: Henry Schramm abgewählt

Es war eine knappe Angelegenheit, am Ende zog Kulmbachs bisheriger Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) mit 49,2 Prozent gegen Ingo Lehmann (SPD) den Kürzeren. Damit muss Schramm, der seit 2006 Stadtoberhaupt war und auch amtierender Präsident des oberfränkischen Bezirkstags ist, sein Amt weitergeben.

Drei Tage vor der Wahl wurde bekannt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth wegen möglicher Wahlmanipulationen in Kulmbach ermittelt. Mitarbeiter sollen Wahlunterlagen zerstört haben - ob rechtmäßig oder nicht, ist noch nicht geklärt. Ebensowenig, welchen Einfluss das auf die Gültigkeit des Wahlergebnisses in Kulmbach haben wird. Zuvor ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Schramm, nachdem ihn unter anderem ein Vertreter der SPD-Fraktion im Kulmbacher Stadtrat angezeigt hatte. Der Oberbürgermeister sollte unter anderem ein städtisches Grundstück unter Wert gekauft und zum eigenen Vorteil weiterverkauft haben. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen jedoch ein, weil die Vorwürfe entweder nicht erhärtet werden konnten oder verjährt waren.

Hof: Harald Fichtner muss gehen

Während in Kulmbach 248 Stimmen den Unterschied ausgemacht haben, war die Abwahl des Oberbürgermeisters in Hof deutlicher: Mit 45,2 Prozent musste sich Harald Fichtner (CSU) gegen Eva Döhla (SPD) geschlagen geben. Für Fichtner endet damit eine 14-jährige Amtszeit. Eva Döhla wiederum tritt in die Fußstapfen ihres Vaters. Dieter Döhla war von 1988 bis 2006 Oberbürgermeister der Stadt Hof. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Fichtner, er könne sich das Wahlergebnis nicht erklären. Hof habe sich durch einen "riesigen Zuwachs an Arbeitsplätzen" und "riesige Investitionsvorhaben" gut entwickelt. Die durch die Flüchtlingskrise 2015 verursachten Probleme habe die Stadt Hof unter seiner Leitung "ordentlich bewältigt". Mit Blick auf die Abwahl der Oberbürgermeister auch in den oberfränkische Städten Bayreuth und Kulmbach, sagte Fichtner: "Es gibt wohl so einen gewissen Trend, dass es keinen Amtsbonus mehr gibt."

© BR

Kann sich das Ergebnis nicht erklären: Harald Fichtner (CSU).

CSU-Kandidaten scheitern in Coburg, Forchheim und Pegnitz

In Coburg musste die CSU zwar keine Abwahl hinnehmen, konnte sich aber auch nicht gegen die SPD behaupten: Dominik Sauerteig (SPD) entschied das Duell gegen Christian Meyer (CSU) mit 57,0 Prozent für sich. Auch in Pegnitz konnte sich CSU-Kandidat Werner Lappat gegen Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft nicht durchsetzen. Mit 61,4 Prozent behauptete sich Nierhoff und ist damit neuer Bürgermeister in Pegnitz. Ohne Erfolg blieb auch die Kandidatur von Udo Schönfeler (CSU) in Forchheim. Er holte 44,7 Prozent der Stimmen und verlor die Stichwahl gegen den amtierenden Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) und das obwohl er zuvor Unterstützung von vier Parteien und Bündnissen bekommen hatte.

Wie hat Bayern gewählt? Die Übersicht über die Ergebnisse der einzelnen Gemeinden finden Sie hier

Bayreuth: Neuer Oberbürgermeister kommt von der CSU

Im Raum Bayreuth hat die CSU derweil die Ämter getauscht: Während der Landkreis nun von der FWG regiert wird – Klaus Bauer (CSU) musste sich mit 49,1 Prozent gegen Florian Wiedemann geschlagen geben –, sitzt im Bayreuther Rathaus künftig Thomas Ebersberger (CSU) im Chefsessel. Der langjährige Zweite Bürgermeister von Bayreuth hat sich in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin Brigitte Merk-Erbe (FW/Bayreuther Gemeinschaft) mit 53,6 Prozent der Stimmen durchgesetzt.

Johann Kalb hält die Fahne der Christsozialen hoch

Neben Ebersberger der zweite Lichtblick der CSU am Wahlabend: Bambergs Landrat Johann Kalb konnte die Stichwahl für sich entscheiden. Nach 144 von 146 Schnellmeldungen kam der Amtsinhaber auf 58,5 Prozent der Stimmen und hielt damit als einer der wenigen in Oberfranken die Fahne der CSU hoch. Gegenkandidat Andreas Schwarz (SPD) lag zu diesem Zeitpunkt abgeschlagen bei 41,5 Prozent.

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