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"Schlag ins Gesicht" - Landrätin erbost über Aus für Waldbahn | BR24

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Regens Landrätin Rita Röhrl (SPD) ist erbost über die Entscheidung des Bayerischen Verkehrsministeriums.

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    "Schlag ins Gesicht" - Landrätin erbost über Aus für Waldbahn

    Nachdem Bekanntwerden des Aus für den Probebetrieb der Waldbahn zwischen Gotteszell und Viechtach, ist Regens Landrätin Rita Röhrl erbost: Die Entscheidung des Bayerischen Verkehrsministeriums sei ein "Schlag ins Gesicht der ländlichen Regionen".

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    Regens Landrätin Rita Röhrl (SPD) ist erbost über die Entscheidung des Bayerischen Verkehrsministeriums, den Probebetrieb zur Reaktivierung der Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach einstellen zu wollen.

    Im Gespräch mit dem BR sagte Röhrl, das sei ein Schlag ins Gesicht der ländlichen Regionen. Dort könne man allein schon aufgrund der niedrigeren Bevölkerungszahl im Vergleich zu München oder Landshut den geforderten Wert für Fahrgäste gar nicht erreichen.

    "Insgesamt geht’s mir jetzt auch um die Verlässlichkeit des Staates mit seinen Aussagen. Das kann man nicht bringen, dass man zunächst die Kommunen mit viel Geld auf ein Abenteuer los schickt um dann mitten im Abenteuer zu sagen, uns ist das jetzt völlig wurscht ob die Geschichte gut oder böse endet, wir mögen nimmer. Das geht nicht." Rita Röhrl, Landrätin Regen

    Hoffnung auf "Lösung, mit der beide Seiten leben können"

    Röhrl hofft jetzt rasch auf einen Gesprächstermin mit Verkehrsministerin Schreyer (CSU). "Es geht mir nicht drum, auf Kosten des Staates eine Bahn zu bekommen, sondern um eine Lösung mit der beide Seiten leben können."

    Probebetrieb nicht über 2021 hinaus

    Gestern Mittag (24.8.) hatte das Bayerische Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, den Probebetrieb zur Reaktivierung der Bahnlinie Gotteszell-Viechtach nicht über September 2021 hinaus weiter zu führen.

    Kriterien für Dauerbetrieb verfehlt

    Auf der Strecke wird das von der Staatsregierung geforderte 1.000er Kriterium weit verfehlt. Das bedeutet, dass jeden Tag mindestens 1.000 Personen die gesamte Strecke zwischen Start- und Zielbahnhof der Bahnlinie nutzen müssten. Die Waldbahn zwischen Gotteszell und Viechtach erreicht einen Wert von kaum 500 Fahrgästen.

    Mandatsträger nicht vorab informiert

    Mandatsträger in der Region waren vorab vom Ministerium nicht über die Entscheidung informiert worden. Sie hatten über die Pressemitteilung von der Entscheidung erfahren.

    Art und Weise der Ankündigung seien von "inakzeptablen Stil" so Erhard Grundl, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Mandatsträger aus Straubing-Bogen in einer Pressemitteilung. Die Entscheidung mache "sprachlos": Es sei fraglich, ob der Probebetrieb schon ein Jahr vor dessen Ablauf als gescheitert betrachtet werden könne, so Grundl. Die Messlatte für die ÖPVN-Tauglichkeit bei 1.000 Fahrgästen täglich – gerade im Corona-Jahr – anzusetzen, hält der Abgeordnete für verkehrt.

    Breite Unterstützung im Bayerischen Wald

    In den vergangenen Jahren hat sich im Bayerischen Wald eine fraktionsübergreifende Gemeinschaft von Bahnunterstützern gegründet. Unter anderem fordert auch der ehemalige bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) die Wiederaufnahme des Regelbetriebs auf der Nebenlinie.

    Betriebskriterien in Frage gestellt

    Vor allem Feriengäste nutzen das Bahnangebot. Verkehrsexperten hatten in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass das sogenannte 1.000er Kriterium in ländlichen Regionen nicht erreicht werden kann. Es sei ein Verhinderungskriterium für die Reaktivierung von Bahnlinien in Bayern. Auch zahlreiche Bestandsstrecken sind weit von diesem Wert entfernt, ohne dass ihr Weiterbetrieb in Frage gestellt würde.

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