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Bildrechte: pa/Fotostand/K. Schmit

Sicherheitsbehörden gelang es Betrüger festzunehmen. Diese sollen mit falschen Gewinnversprechen von den Geschädigten Beute in Millionenhöhe ergaunert haben. Zu den Opfern gehören auch Senioren im Raum Dingolfing und Landshut.

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Schlag gegen internationalen Callcenter-Betrug an Senioren

Die Sicherheitsbehörden im Kosovo haben zwei offenbar betrügerische Callcenter ausgehoben, die mit Telefonbetrug höhere Geldbeträge vor allem von vermögenden Senioren erbeutet haben sollen. In Niederbayern kam es zu Festnahmen.

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Von
  • Harald Mitterer
  • BR24 Redaktion

Die Sicherheitsbehörden im Kosovo haben zwei mutmaßlich betrügerische Callcenter ausgehoben, die unter anderem auch im Raum Dingolfing-Landshut mit Telefonbetrügereien höhere Geldbeträge vor allem von vermögenden Senioren erbeutet haben sollen. Das gaben deutsche und kosovarische Sicherheitsbehörden bekannt. Der Beuteschaden soll in Millionenhöhe liegen.

Betrüger versprachen Lottogewinn

Am 11. November gelang es kosovarischen Sicherheitsbehörden in Zusammenarbeit mit deutschen Ermittlungs- und Justizbehörde­­n, mehrere Verdächtige festzunehmen. Diese sollen mit falschen Gewinnversprechen von den Geschädigten Beute in Millionenhöhe ergaunert haben. Zu den Opfern gehören auch Senioren im Raum Dingolfing und Landshut.

Den Opfern wurden hohe Lotteriegewinne suggeriert. Um an diese heranzukommen, sollten sie hohe Gebühren sowie andere "Leistungen" bezahlen und haben das teilweise auch gemacht. Die Täter gaben sich dabei teilweise auch als Polizisten aus. Neben dem materiellen Schaden hatten die Anrufe für die Opfer auch häufig massive psychische Folgen.

Geldabholer konnten festgenommen werden

Die Zusammenarbeit zwischen den kosovarischen und deutschen Behörden sowie Beteiligten aus dem EU Projekt "IPA 2017" des "Center for International Legal Cooperation" führte zum erfolgreichen Schlag gegen diese Art der organisierten Bandenkriminalität, teilt die Polizei mit. Zudem gelang es der unterstützenden Kriminalpolizei Niederbayern, die Ermittlungen wesentlich zu verdichten: So haben die Täter aus dem Kosovo im Mai dieses Jahres bei einem 78-jährigen Mann aus Landshut mehrfach durch betrügerische Anrufe insgesamt einen hohen fünfstelligen Eurobetrag erlangt. Bei einer Geldübergabe konnten in diesem Zusammenhang im Juni 2020 zwei Geldabholer auf frischer Tat festgenommen werden.

Seniorin massiv telefonisch bedrängt

Diesem 28-jährigen Geldabholer, der ebenfalls kosovarischer Staatsangehöriger war, konnten insgesamt vier Geldabholungen in Dingolfing, Landshut und München nachgewiesen werden. Ermittlungen der Kriminalpolizei Niederbayern ergaben, dass eine 79-jährige Seniorin aus Dingolfing, die bereits an diesen 28-jährigen Geldabholer einen mittleren vierstelligen Eurobetrag übergeben hatte, weiterhin massiv mit Telefonanrufen belästigt wurde.

So gaben sich die Täter mit verschiedensten Identitäten aus. Sie bezeichneten sich selbst unter anderem als Polizeibeamte der örtlichen Dienststelle in Dingolfing, Mitarbeiter einer Geldtransportfirma, Notare, Mitarbeiter der Bundesbank oder Mitarbeiter einer europäischen Gewinnspielfirma. Bei einer erneuten geplanten Geldübergabe im Juni dieses Jahres in Dingolfing konnten zwei weitere Geldabholer festgenommen werden. Auch diese beiden Täter waren kosovarische Staatsangehörige.

Hauptverhandlungen stehen noch aus

Die Ermittlungen ergaben, dass sie durch die Täter, die im Kosovo festgenommen wurden, direkt für die Geldabholung angeleitet wurden. Diese Täter wiederum standen in Verbindung mit mindestens vier weiteren Geldübergaben im Bundesgebiet. Die Hauptverhandlungen gegen die in Niederbayern festgenommen Personen stehen noch aus.

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