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Schlaf ist Medizin: Schlafmediziner tagen in Nürnberg | BR24

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Schlafstörungen

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    Schlaf ist Medizin: Schlafmediziner tagen in Nürnberg

    Schlaf gilt nicht als sexy – nicht zu schlafen, kann aber krankmachen. "Schlaf ist Medizin" lautet dementsprechend das Motto bei der Jahrestagung der deutschen Schlafmediziner in Nürnberg. Auch ein Patientenforum findet statt.

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    "Die Konkurrenz schläft nicht" ist ein gängiges Bild in der modernen Leistungsgesellschaft. Schlaf gilt nicht als sexy. Diesem schlechten Image wollen Schlafmediziner auf ihrer Jahrestagung in Nürnberg entgegentreten. Denn Schlaf sei nicht nur nötig für den Menschen, sondern auch medizinisch notwendig.

    Schlafmangel macht krank

    In der Schlafmedizin werden mehr als 80 verschiedene Schlafstörungen unterschieden, teilte die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) mit. Schlafstörungen führten nicht nur zu körperlichen Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen, sie stünden auch im Zusammenhang mit Depressionen und Angststörungen. Bei älteren Menschen bestünden Zusammenhänge zwischen schlechter Schlafqualität und der Entwicklung degenerativer Hirnerkrankungen.

    Schichtarbeiter schlafen schlechter

    Ein zentrales Thema der Jahrestagung der DGSM sind heuer auch die Auswirkungen von Schichtarbeit auf den Schlaf. Nach Angaben der DGSM arbeitet derzeit jeder sechste in Schicht oder schichtnahen Diensten, Tendenz steigend. Viele Studien legten die Vermutung nahe, dass der Schlaf im Drei-Schicht-System häufiger gestört sei. Nach einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse litten 40 Prozent aller Schichtarbeiter an schlechtem Schlaf.

    Nächtliche Atemaussetzer behandeln

    Ein weiteres Thema ist die chirurgische Behandlung sogenannter Schlafapnoe, also von nächtlichen Atemaussetzern. Dies würde die Erholsamkeit des Schlafes stark beeinträchtigen und zu Schläfrigkeit und mangelnder Konzentration am Tag führen, so die Mediziner. Bislang wird die Schlafapnoe meist durch das Tragen einer Maske behandelt, die einen positiven Luftdruck aufbaut und so den Rachen öffnet. Für Patienten, die mit der Maske aber nicht zurechtkommen, sind nun verschiedene operative Verfahren im Gespräch, die in den vergangenen Jahren verfeinert worden sind.

    Patientenforum im Klinikum Nürnberg Nord

    Der dreitägige Kongress der Schlafmediziner dauert bis zum 13. Oktober 2018. Betroffene und Interessierte können ihre Fragen am Samstag (13.10.18) von 14.00 bis 16.00 Uhr bei einem Patientenforum im Nürnberger Klinikum Nord stellen.