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Schlachtstau: Ställe überfüllt - Bauernpräsident schlägt Alarm | BR24

© picture alliance/dpa/Sven Hoppe

Schweine im Stall

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    Schlachtstau: Ställe überfüllt - Bauernpräsident schlägt Alarm

    Schweine werden in Maschinenhallen ausquartiert, weil sie immer größer werden und keinen Platz mehr in den Ställen haben: Das ist eine Folge des Schlachtstaus nach Corona-Infektionen in Schlachthöfen. Die Bauern fordern dringend Abhilfe.

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    Von
    • Astrid Dachs
    • BR24 Redaktion

    Die Corona-Pandemie macht den Schweinehaltern zu schaffen: Tiefstpreise beim Fleisch und eingeschränkte Kapazitäten in Schlachthöfen brächten viele Bauern an ihre Grenzen, sagte der Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Walter Heidl.

    In manchem Stall werde es bereits eng. Es müsse deshalb sehr schnell für eine gewisse Zeit flexible Arbeitszeiten in Schlacht- und Zerlegebetrieben geben, nach dem Vorbild einer Allgemeinverfügung des bayerischen Arbeitsministeriums vom Sommer.

    Wohin mit den schlachtbereiten Tieren?

    "Bei den Schlachtschweinen haben wir eine Bugwelle, die wir schon seit Wochen vor uns herschieben", sagte Heidl. Fast eine Million Tiere bundesweit seien bereits für die Schlachtung vorgesehen - die Zahl steige weiter. Nach den Feiertagen fürchtet Heidl, der selbst Ferkel und Schweine auf seinem Hof aufzieht, eine weitere Verschärfung der Lage.

    Wenn Helfer auf den Schlachthöfen, die vielfach aus Polen und Rumänien kämen, überhaupt nach Deutschland zurück könnten, müssten sie zuerst in Quarantäne: "Das Problem wird sich über Weihnachten eher noch weiter aufbauen." Ohne Helfer aus dem Ausland würde es in den Schlachtbetrieben extrem eng.

    Übergangslösungen gefordert

    Deshalb müssten rasch Möglichkeiten geschaffen werden, die Arbeitszeit übergangsweise auszuweiten, ohne dabei Arbeits- und Gesundheitsschutz zu gefährden. Etwa könnte in kleinen Teams und in mehr Schichten gearbeitet werden - und auch an Sonn- und Feiertagen.

    Der Ausgleich von Mehrarbeit müsse längerfristig möglich sein. "Wenn Überstunden in der Folgewoche abgebaut werden müssen, bringt das nichts", sagte Heidl.

    "Wir Bauern sind auf eine funktionierende Schlacht- und Zerlegewirtschaft angewiesen." Walter Heidl, Präsident des Bayerischen und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes

    Unterbringung der Tiere wird immer schwieriger

    Schon jetzt suchten viele Bauern händeringend nach Auswegen: "Landwirte mussten zum Teil schon provisorische Lösungen finden, etwa dass Schweine in Maschinenhallen untergebracht werden. Jetzt im Winter gehe das wegen der niedrigen Temperaturen nicht mehr", sagte Heidl.

    Die Boxen für Ferkel seien auf Tiere mit etwa 30 Kilo ausgelegt, inzwischen sei manches Ferkel aber bereits 50 Kilo schwer. "Sie können bei Schweinen, die im Stall stehen und wachsen, nicht einfach einen Schalter umlegen, damit sie nicht mehr größer werden." Und: "Die Tiere müssen weitergefüttert werden." Zusätzliche Kosten, die bei den niedrigen Schweinepreisen aufs Budget schlagen.

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