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Bei der Betäubung von Schweinen in einigen deutschen Schlachthöfen kommt es offenbar zu massiven Verstößen. Auch der städtische Schlachthof in Kulmbach steht in der Kritik. Das haben Recherchen von "Report Mainz" und der Süddeutschen Zeitung ergeben.

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Schlachthof Kulmbach: Offenbar Verstöße bei Schweinebetäubung

Deutsche Schlachthöfe stehen in der Kritik, bei der Betäubung von Schweinen gegen den Tierschutz zu verstoßen. Nach Recherchen von "Report Mainz" und Süddeutscher Zeitung soll auch der Schlachthof in Kulmbach die umstrittene Praxis anwenden.

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Bei der Betäubung von Schweinen in einigen deutschen Schlachthöfen kommt es offenbar zu massiven Verstößen. Auch der städtische Schlachthof in Kulmbach steht in der Kritik. Das haben Recherchen des TV-Informationsmagazins "Report Mainz" und der Süddeutschen Zeitung ergeben.

Tierschützer fordern Abschaffung der CO2-Betäubung

Mittels Undercoveraufnahmen habe die Tierrechtsgruppe SOKO Tierschutz wohl aufgedeckt, dass die Schweine während der Betäubung mit CO2 regelrecht in Panik verfallen und Erstickungsanfälle bekommen haben, heißt es in entsprechenden Berichten. Die Tierschützer fordern daher die Abschaffung der Kohlendioxidbetäubung.

"Report Mainz" erhält Aufnahmen von Schlachthöfen

"Report Mainz" wurden Aufnahmen aus mehreren deutschen Schlachthöfen zugespielt. Darunter auch aus Kulmbach. Der Schlachthofleiter wurde mit den Bildern konfrontiert und räumt gegenüber "Report Mainz" ein, dass es Probleme bei der Schweinebetäubung gebe. Die CO2-Betäubung an sich sei eine suboptimale Betäubung, habe Vorteile und auch Nachteile.

Die Nachteile seien mit Sicherheit die Abwehrreaktionen der Tiere in der Gondel, in der die Tiere zur Betäubung stehen. Diese Methode sei rechtlich zugelassen, obwohl sie eigentlich nicht den Tierschutz in diesem Sinne widerspiegele, wird der Schlachthofleiter zitiert. Bisher konnte er vom BR noch nicht für eine Stellungnahme erreicht werden.

Schlachthof Kulmbach will Pilotprojekt zu Schweinen starten

Zum Hintergrund: Mit der CO2-Methode werden rund 40 Millionen Schweine in deutschen Schlachthöfen betäubt. Anschließend werden sie durch einen Stich in die Halsschlagader getötet, das sogenannte "Entbluten".

Besonders prekär: Der Schlachthof Kulmbach machte erst kürzlich mit einem geplanten Pilotprojekt auf sich aufmerksam. Die Schweine sollen mit dem teureren Helium und nicht mehr mit CO2 betäubt werden. Die Planungen dazu laufen, eine entsprechende Anlage soll gebaut werden. Im Herbst könnte das Projekt starten.

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Es herrsche in Deutschland Uneinigkeit über die richtige Betäubungsmethode von Schweinen vor dem Schlachten, so Ellen Trapp, Leiterin der BR-Redaktion Landwirtschaft und Umwelt. Beim Einsatz von CO2 käme es aber auch auf die richtige Dosierung an.

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