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Brenner-Nordzulauf: Fünf mögliche Trassen | BR24

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Wo verläuft die künftige Bahntrasse durch das bayerische Inntal? Verkehrsminister Andreas Scheuer will heute in Rosenheim fünf mögliche Trassenverläufe vorstellen.

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Brenner-Nordzulauf: Fünf mögliche Trassen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Deutsche Bahn haben fünf bevorzugte Grobtrassen für den Brenner-Nordzulauf vorgestellt. Die Bestandsstrecke spielt dabei keine Rolle. Scheuer geht davon aus, dass ein kompletter Neubau nötig ist.

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Laut DB-Pressemitteilung sind demnach drei mögliche Bahnstrecken westlich von Rosenheim und zwei mögliche Bahnstrecken östlich von Rosenheim weiterhin im Rennen. Aufatmen können die Bürger im Rosenheimer Süden, da die Variante über die Panger Felder gestrichen wurde.  Die zwei Varianten östlich von Rosenheim knüpfen bei Niederaudorf an die bestehende Strecke im Inntal an. Im Norden verbinden sich beide Trassen entweder bei Großkarolinenfeld oder bei Aubenhausen. Im Süden unterscheiden sich die möglichen Trassen durch die Tunnelanteile. Bei den drei Varianten westlich von Rosenheim gibt es südlich und nördlich jeweils mehrere Möglichkeiten für Verknüpfungsstellen mit der bestehenden Strecke.

Vier der fünf Bahntrassen sind Ideen von Bürgern

In ihrer Pressemitteilung lobt die Bahn die hohe Bürgerbeteiligung. "Von den nun ausgewählten fünf Grobtrassen enthalten vier Ideen von Bürgern aus der Region", so die Bahn. Vom 4. Juli bis zum 5. August veranstaltet die Bahn und die ÖBB 16 Informationsausstellungen von Kufstein bis Großkarolinenfeld.

Das sind die möglichen Trassenverläufe des sogenannten Brenner-Nordzulaufs:

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Mögliche Trassenverläufe des sogenannten Brenner-Nordzulaufs

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Mögliche Trassenverläufe des sogenannten Brenner-Nordzulaufs

Rund 100 Demonstranten vor Ort

Mit Trillerpfeifen und in roten Westen haben Bürgerinitiativen am Montagmorgen in Rosenheim gegen den geplanten Neubau einer zweigleisigen Bahntrasse durch das Inntal demonstriert. "Bestand modernisieren statt Heimat zerstören", war auf Transparenten zu lesen. Den Veranstaltern zufolge beteiligten sich rund 100 Menschen. Im Gespräch mit den zahlreichen Bürgerinitiativen, die sich mit dem Thema befassen, hat Scheuer bereits angekündigt, dass die Bestandsstrecke nicht Teil der Planungen sein wird. Die Kapazität der Strecke reiche nicht aus, sie sei nicht zukunftsorientiert. Das sehen die Bürgerinitiativen anders. Sie planen eine Petition an den Bundestag, die demnächst unterzeichnet werden kann. Die Enttäuschung ist bei vielen Bürgerinitiativen groß, der Widerstand werde nicht weniger werden, so die Ankündigung von zahlreichen Bürgerinitiativen.

Scheuer will Neubaustrecke für Brenner-Nordzulauf

Das Bundesverkehrsministerium beabsichtigt eine zweigleisige Neubaustrecke für den Brenner-Nordzulauf mit einer maximalen Streckengeschwindigkeit von 230 km/h. Der sogenannte Brenner-Nordzulauf soll die Zug-Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen. Durch den Tunnel unter dem Alpenhauptkamm, an dem in Italien und Österreich gebaut wird, können voraussichtlich ab 2028 täglich bis zu 400 Züge rollen. Der Brenner Basistunnel soll nach Fertigstellung eine Gesamtlänge von 64 Kilometern haben und wird damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein. Die Fahrt durch den Brenner Basistunnel wird 25 Minuten dauern, bisher dauert die Zugfahrt zwischen Innsbruck und Franzensfeste 80 Minuten.

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Deutsche Bahn haben fünf bevorzugte Grobtrassen für den Brenner-Nordzulauf vorgestellt. Die Bestandsstrecke spielt dabei keine Rolle. Scheuer geht davon aus, dass ein kompletter Neubau nötig ist.