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Scherenburg-Festspiele: Wegen Corona kein Geld für neue Bühne | BR24

© picture-alliance/dpa

Die Scherenburg in Gemünden.

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    Scherenburg-Festspiele: Wegen Corona kein Geld für neue Bühne

    Für die Scherenburg-Festspiele wird es vorerst keine neue Bühne mit großer Zuschauertribüne geben. Wegen der Corona-Pandemie fehlen zum einen die Einnahmen der heuer ausgefallen Festspiele. Zum anderen werden derzeit Zuschüsse nicht ausgezahlt.

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    Eine neue Bühne mit großer Zuschauertribüne an der Scherenburg - das ist der Traum des Gemündener Festspielvereins. Doch die Corona-Pandemie macht einen dicken Strich durch die Rechnung. Zum einen fehlen die Einnahmen der dieses Jahr ausgefallen Festspiele. Zum anderen werden derzeit teils zugesagte Zuschüsse nicht ausgezahlt.

    Baugenehmigung liegt vor

    Zwei Jahre kämpfte das Scherenburg-Festspiel-Team um den Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach (CSU) und Geschäftsführerin Julia Kiefer um die Baugenehmigung für die neue Spielstätte an der Burgruine hoch über der Gemündener Altstadt. Und nachdem die Freigabe jetzt vorliegt, könnte sich Kiefer eigentlich freuen: "Im Prinzip könnten wir loslegen". Doch nun fehlt das Geld für das Projekt, das die weit über Gemünden hinaus beliebten und zuschauerstarken Festspiele auf ein neues Niveau heben soll.

    Bewilligungen vorerst gestoppt

    1,6 Millionen Euro soll die neue Bühne, die überdachte Zuschauertribüne mit 660 Plätzen und der Umgriff mit barrierefreien Toiletten, Künstlergarderoben, Probenräume, einer Werkstatt und einem Sanitätsraum kosten. Diese Summe kann der Verein nur mit Hilfe von Gönnern aufbringen - und Zuschüssen aus Fördertöpfen. Es gäbe zwar „unfassbar viele Fördergeldgeber“, sagt Geschäftsführerin Kiefer. Doch in der Corona-Krise fehlen nun oft die Bewilligungen.

    600.000 Euro vom Bund zugesagt

    Noch im Dezember 2019 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages 600.000 Euro Fördermittel für die neue Spielstätte an der Scherenburg in den Etat der Kulturstaatsministerin für 2020 aufgenommen. Auch europäische Fördermitteltöpfe sollten angezapft werden. Doch wegen der Pandemie werden diese Gelder derzeit nicht freigegeben. Einzig die Stadt Gemünden steht dazu, 40.000 Euro für die geplante Maßnahme zu geben. Die Eigenmittel der gemeinnützigen Festspiel-GmbH betragen 240.000 Euro - und die sind kreditfinanziert.

    "Corona ist der Horror"

    Wegen des Corona-bedingten Geldmangels ist nicht an den eigentlich für dieses Jahr angedachten Spatenstich für den Neubau an der Scherenburg zu denken. Und auch für 2021 ist das noch ungewiss. Der ganze Kulturbetrieb in unserem Land hänge im luftleeren Raum, so Kiefer. Die Coronazeit sei "der absolute Horror".

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