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Der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg fällt heuer wegen der Corona-Pandemie aus. Oberbürgermeister König sagte, nach langer Abwägung und zum Schutz der Bevölkerung sei man zu dem Schluss gekommen, den Markt nicht stattfinden zu lassen.

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Schausteller nach Absage von Christkindlesmarkt verzweifelt

Die Absage des Nürnberger Christkindlesmarktes stürzt die betroffenen Schausteller in eine tiefe Krise. Denn der Markt ist für sie die größte Einnahmequelle im Jahr. In sozialen Medien gibt es aber viel Verständnis für die Entscheidung.

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Von
  • Birgitt Rosshirt
  • Matthias Rüd

Schausteller und Marktkaufleute trifft die Absage des Nürnberger Christkindlesmarktes hart. Lorenz Kalb vom Süddeutschen Schaustellerverband spricht im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk von einem "brutalen Nackenschlag."

"Wir sind tief erschüttert. Ich hatte heute weinende Männer am Telefon, gestandene Männer mit Existenzangst." Lorenz Kalb, Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbands.

Alles, was die Schausteller in der Corona-Zeit gemacht hätten, wie etwa die Nürnberger Sommertage, sei überall gelobt worden, auch vom Gesundheitsamt.

Nun hofft Lorenz Kalb auf die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung, denn diese bräuchte die Branche dringend. Viele Schausteller hätten die letzten vernünftigen Einnahmen im Dezember 2019 gehabt.

300 Ehrenamtliche wollten am BR-Sternstundenstand helfen

Auch für "Sternstunden", die Benefiz-Aktion des Bayerischen Rundfunks für Kinder in Not, ist die Absage des Christkindlesmarktes ein harter Schlag. Sabine Krombholz, die seit zehn Jahren den Stand auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt organisiert, reagierte mit Bedauern, gleichzeitig aber auch Verständnis. "Die Gesundheit geht vor", so Krombholz. Nach ihren Worten wollten sich heuer über 300 Ehrenamtliche vor Ort am Sternstundenstand engagieren, darunter auch viele Prominente. "Der Stand ist mehr als das Sammeln von Spendengeldern. Man kommt mit den Spendern ins Gespräch. Das ist Sternstunden zum Anfassen."

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Auch für die BR-Sternstunden ist die Absage des Nürnberger Christkindlesmarktes ein großer Verlust.

BR-Sternstunden hoffen auf Spendenbereitschaft am Sternstundentag

2019 wurden rund 200.000 Euro Spenden am BR-Sternstundenstand gesammelt. Dieses Geld werde heuer vermutlich fehlen. Sabine Krombholz hofft nun auf die Spendenbereitschaft der Menschen am 11. Dezember am großen Sternstundentag. Die bereits gebastelten und gespendeten Sterne, die sonst am Stand auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt gegen Spenden abgegeben werden, werden nun für das kommende Jahr gesammelt.

Auch Taxifahrer in Nürnberg müssen Umsatzminus verkraften

Bei der Taxizentrale Nürnberg wurde die Absage des Nürnberger Christkindlesmarktes ebenfalls mit Schrecken aufgenommen. Der Umsatz der Nürnberger Taxifahrer liege laut Vorstand Reinhold Gast heuer bereits bei 30 bis 40 Prozent hinter den Vorjahresergebnissen. "Durch Corona fällt das Geschäftsleben flach, die Geschäfte sind reduziert, es sind keine Fremden in der Stadt", so Gast. Durch die Absage des Christkindlesmarktes wird im Dezember ein weiteres Minus von fünf bis zehn Prozent entstehen, schätzt er.

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Der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt fällt in diesem Jahr wegen Corona aus. Wie geht es den Schaustellern mit der Entscheidung der Stadt? Was wird aus dem Sternstundenstand und aus dem Prolog des Christkinds?

Viel Verständnis für Absage in den Sozialen Medien

Die Absage des Nürnberger Christkindlesmarkt ist auch Thema in den Sozialen Medien. Innerhalb kürzester Zeit kommentierten alleine auf den beiden Facebook-Seiten von BR24 und BR Franken und auf Twitter hunderte User den coronabedingten Ausfall des weltberühmten Marktes. Dabei überwiegt Verständnis für die Entscheidung. "Wenn wir auch nur eine kleine Chance haben wollen, Weihnachten auf legale Weise wie gewohnt zu feiern, dann sind harte Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt die einzig richtige Entscheidung", schreibt ein User, der allein für diesen Kommentar wiederum mehr als 100 Likes bekam. "Ich habe diesen schönen Markt in meinem Herzen. Und freue mich umso mehr, wenn er wieder stattfindet im nächsten Jahr! Trotzdem muss man den Marktleuten helfen", kommentiert eine andere Userin.

Kritik an Corona-Leugnern: Maskenverweigerer trugen zur Absage bei

Andere hätten weiterhin gerne eine dezentrale Lösung gehabt, also einen auf ganz Nürnberg verteilten Christkindlesmarkt. Den hatte die Stadt bis zuletzt präferiert. Neben Corona-Verschwörungstheoretikern, die die Absage als Teil eines von langer Hand geplanten Drehbuchs sehen, kritisieren manche auf Facebook aber auch die Corona-Leugner. Sie hätten mit ihrem Verhalten, etwa ihrer Masken-Verweigerung, zur Absage des Christkindlesmarkts beigetragen.

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"Lieber jetzt die Notbremse ziehen, als wenn wir das erste ein paar Tage vorher machen", so der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, Fraas. Die Entscheidung den Nürnberger Christkindlesmarkt abzusagen, sei jetzt für die Händler wichtig gewesen.

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