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Bildrechte: BR / Peter Allgaier

Corona lässt einen Schausteller kreativ werden. Weil keine Volksfeste mehr stattfinden konnten, baute er seinen Lastwagen um. Nun ist er mit Bio-Lebensmitteln in Dörfern unterwegs.

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Schausteller in Schwaben: Fester Platz statt Festplatz

Corona lässt einen Schausteller kreativ werden. Weil keine Volksfeste mehr stattfinden konnten, baute er seinen Lastwagen um. Nun ist er mit Bio-Lebensmitteln in Dörfern unterwegs.

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Von
  • Peter Allgaier

"Du hast einfach keine Perspektive, wann es weitergeht und musst deine Familie ernähren", sagt Klaus-Peter Miller. Das vergangene Jahr war nicht leicht für den Schausteller. Wegen der Pandemie sind sämtliche Feste abgesagt worden, auf denen er Würstchen, Steaks oder Kässpätzle verkauft hatte. Doch Miller ließ sich nicht hängen, nahm einen Kredit auf und machte aus seinen blauen, acht Meter langen Schaustellertruck etwas ganz Besonderes.

Vom Schausteller zum mobilen Mini-Markt

"Das ist ein rollender Regionalmarkt", sagt Miller. Es ist noch nicht einmal sechs Uhr morgens, als er den Laster in Untermeitingen mit frischen Waren belädt. Doch er und seine Familie müssen früh raus. Um 7.30 Uhr soll der Markt in Kutzenhausen öffnen und die Fahrt dorthin dauert gut eine halbe Stunde, Aufbau noch gar nicht mit einberechnet. Gut ein Dutzend Standorte fährt der mobile Mini-Markt pro Woche an. Meist sind es Dörfer, die kein Lebensmittelgeschäft haben.

Tante-Emma-Laden auf Rädern

"Also, ich finde das toll, dass es jetzt so was gibt", sagt die erste Kundschaft, ein Mann um die 40. "Gerade für Ältere, die nicht mehr mobil sind, ist das wunderbar", pflichtet eine ältere Frau bei. Im Markt steht fast alles, was man auch in einem Tante-Emma-Laden finden würde. Von Backwaren über Gemüse, Käse und Wurst bis hin zur Zahnpasta – vieles ist Bioware und stammt von regionalen Händlern. Doch interessierte Bürger müssen sich sputen, denn lange bleibt der Truck nicht am selben Ort.

Werbung per Mundpropaganda

Punkt 9.30 Uhr wird abgebaut, der Laster fährt nach Agawang, einem Ortsteil von Kutzenhausen, knapp zwei Kilometer entfernt. Es vergehen gute 20 Minuten, bis wieder alles aufgebaut ist. "Am Abend, da zwickt es schon hier und da", sagt Klaus Peter Miller. "Aber ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass ich wieder was machen kann." Miller hofft, dass sein rollender Markt gut angenommen wird. Das Angebot wurde zwar in Dorfblättchen inseriert, muss sich aber erst einmal herumsprechen. Für die Zukunft wünscht sich Miller aber noch etwas anderes: Dass er wieder mit seinem Truck auf einem Volksfest stehen kann.

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