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Schaurig-schön: der Frickenhäuser See bei Mellrichstadt | BR24

© BR-Mainfranken/Norbert Steiche

Frickenhäuser See

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Schaurig-schön: der Frickenhäuser See bei Mellrichstadt

Der Frickenhäuser See bei Mellrichstadt zählt zu den 100 schönsten Geotopen in Bayern und ist trotzdem noch immer ein Geheimtipp. Vielleicht auch, weil der kreisrunde See ein dunkles Geheimnis hütet. So erzählt es jedenfalls eine Sage.

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Der Frickenhäuser See liegt bei Frickenhausen, einem Stadtteil von Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) und gehört zu den zwölf schönsten Geotopen Bayerns. Der See ist fast kreisrund, hat eine Fläche von 11.000 Quadratmetern.

Der Frickenhäuser See liegt bei Frickenhausen, einem Stadtteil von Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) und gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Der See ist 11.000 Quadratmeter groß, fast kreisrund und misst an seiner tiefsten Stelle 18 Meter. Weil er damit recht tief ist, während seine Oberfläche relativ klein ist, braucht der See lange, um sich aufzuheizen. Viele Badegäste stecken daher nur den kleinen Zeh ins Wasser oder wagen sich bis zu den Knien ins kühle Nass. Die Liegewiese ist von hohen Bäumen umgeben, die auch im Hochsommer angenehmen Schatten spenden.

Kreisrundes Naturdenkmal

"Man sieht hier keinen Zufluss und keinen Abfluss, denn der Zufluss liegt unterirdisch", erzählt Klaus Kress aus Frickenhausen. Und er erklärt weiter: Vor 260 Millionen Jahren war Unterfranken – wie weite Teile Mitteleuropas – von einem Binnenmeer bedeckt. Weil es sehr viel wärmer als heute war, verdunstete das Wasser. Zurück blieben Sedimente und salzhaltige Steine. Als diese mit Frischwasser in Berührung kamen, löste sich das Salz und unter den Sedimenten entstanden Hohlräume. Irgendwann brach die Decke wie bei einer Doline ein und ein kreisrunder See entstand, so Kress.

Wandern am See

Der See lädt zu einem Rundgang ein: Entlang der Liegewiesen geht es unterhalb einer steilen Bergflanke vorbei. Das 400 Meter lange Ufer lässt sich in wenigen Minuten umrunden. Wer die Anhöhen besteigt, dem bietet sich ein toller Ausblick auf den kreisrunden See. Dort führt auch der fränkische Marienweg vorbei. Und es gibt es einen Aussichtspunkt, den Kress besonders empfiehlt: "Oben an der Marienkapelle ist auf dem sogenannten Bildstein ein Ort, wo einst eine Burg stand. Von dort aus kann man bis in die Rhön schauen."

Schaurige Sagen über den See

Über den Frickenhäuser See existieren mehrere Sagen. Eine erzählt von einem Schäfer, der auf den Wiesen oberhalb des Sees seine Schafe weiden ließ und sich in eine junge Frau aus Frickenhausen verliebte. Den jungen Männern in Frickenhausen gefiel das gar nicht: Sie lösten eines Nachts die Bremskeile, der Wagen stürzte in den See und versank. Alle sieben Jahre soll die Deichsel mit einem schaurigen Geheule in der Nacht an der Wasseroberfläche auftauchen.

Laut einer anderen Sage soll dort, wo der See heute ist, einst ein Germanentempel gestanden haben, der der Göttin Fricka geweiht war. In dem Tempel wohnten merkwürdige Tiere. Als die Gegend christlich wurde, tat sich ein Höllenschlund auf, der den gesamten Tempel mit sich in die Tiefe riss. Zurück blieb ein großes mit Wasser gefülltes Loch. Und noch heute in der Vollmondnacht soll man die rätselhaften Tiere im Wasser herumschwimmen sehen.