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Einführung der 2G-Regel in Gaststätten und Restaurants in Bayern.

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    Schärfere Corona-Regeln: Was jetzt in Bayern gilt

    2G in Cafés und Restaurants, 2G plus in vielen Clubs, ausgeweitete Testpflichten für bestimmte Bereiche, strengere Regeln für Kitas: Bayern hat seine Corona-Maßnahmen noch einmal verschärft. Was jetzt gilt - ein Überblick.

    Von
    Petr JerabekPetr Jerabek
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    Die bayerische Staatsregierung hat auf die weiter steigenden Corona-Zahlen und Intensivbetten-Auslastung im Freistaat mit einer weiteren Verschärfung der Beschränkungen reagiert. Sie gelten größtenteils für die aktuelle gültige Corona-Warnstufe Rot und sind seit Dienstag in Kraft. Laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt es damit "de facto einen Lockdown für Ungeimpfte", wie er im Bayern3-Interview sagte. Die wichtigsten Regeln aus der aktualisierten bayerischen Corona-Verordnung:

    2G gilt fast überall - Jetzt auch in der Gastronomie

    Wer weder vollständig geimpft noch genesen ist, muss in seiner Freizeit weitreichende Einschränkungen hinnehmen. Neu: Ab sofort greift die 2G-Regel auch in der Innengastronomie sowie in Hotels und Pensionen: Zugang haben dort nur Geimpfte und Genesene. Für viele Kultur-, Sport- und Freizeitangebote gilt dies schon länger - zum Beispiel für Fitnessstudios und Sportstätten, Theater, Kinos und Museen, Zoos, Bäder, Solarien, für Seilbahnen und den touristischen Bahn- und Reisebusverkehr sowie für Diskotheken, Clubs und Bordelle. Anbieter, Veranstalter oder Betreiber sind verpflichtet, Nachweise und Identität der Gäste und Besucher zu kontrollieren.

    Ausgenommen sind von der 2G-Zugangsbeschränkung Kinder unter zwölf Jahren. Wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, darf bei Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Zeugnisses sowie eines negativen PCR-Tests Zutritt erhalten.

    Für Schülerinnen und Schüler ab zwölf gilt die 2G-Regel - ungeachtet der regelmäßigen Tests, die sie in der Schule machen müssen. Nachträglich beschloss die Staatsregierung aber mehrere Ausnahmen: So gilt eine Übergangsregelung, die ungeimpften zwölf- bis 17-jährigen Schülern bis Jahresende zumindest "sportliche und musikalische Eigenaktivitäten" erlaubt. Seit diesem Mittwoch dürfen ungeimpfte Schüler auch in Restaurants und Hotels.

    FFP2-Maskenpflicht - Jetzt auch bei 2G

    Neu ist, dass jetzt auch bei verpflichtendem 2G eine FFP2-Maskenpflicht vorgeschrieben ist, also zum Beispiel bei Veranstaltungen, im Kino und Theater - außer ein Mindestabstand von 1,5 Metern wird eingehalten. In der Gastronomie können Gäste die FFP2-Maske an ihrem Platz abnehmen.

    Darüber hinaus neu: Die Maskenpflicht bei verpflichtendem 2G wird auch bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen unter freiem Himmel ausgeweitet. Sie gilt dort nun auch außerhalb von Eingangs- und Begegnungsbereichen.

    In vielen anderen Bereichen ist die FFP2-Maskenpflicht schon länger in Kraft - beispielsweise in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine medizinische Maske ist nur bei Kindern und Jugendlichen von sechs bis 15 Jahren zulässig. Jüngere Kinder brauchen keine Maske zu tragen. In der Schule dürfen Grundschüler auch eine Stoffmaske tragen. An weiterführenden Schulen ist unabhängig vom Alter eine medizinische Maske vorgeschrieben.

    Freiwilliges 2G plus in Discos und Clubs möglich

    Betreiber von Diskotheken, Clubs und vergleichbaren Einrichtungen können sich freiwillig für ein 2G-plus-Modell entscheiden - auch das ist neu. Dann brauchen Besucherinnen und Besucher zusätzlich zum Impf- oder Genesenen-Nachweis noch einen negativen Corona-Schnelltest. Dafür können die Gäste dann aber ohne FFP2-Maske tanzen oder feiern. Die ursprünglich angedachte verpflichtende 2G-plus-Regelung ist nach Angaben von Ministerpräsident Söder derzeit rechtlich nicht möglich.

    3G plus bleibt bei körpernahen Dienstleistungen

    Im Gegensatz zu Gaststätten und Hotels bleibt es bei körpernahen Dienstleistungen bei 3G plus: Kunden können also neben einem Impf- oder Genesenen-Nachweis auch einen negativen PCR-Test vorlegen.

    Weiter 3G an Hochschulen, in Bibliotheken und Archiven

    Für den Zugang zu Hochschulen, "außerschulischen Bildungsangeboten einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung" sowie zu Bibliotheken und Archiven genügt Ungeimpften vorerst weiterhin ein negativer Schnelltest - wenn auch nicht überall: Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat als erste bayerische Hochschule beschlossen, dass nur noch geimpfte und genesene Studierende in den Hörsaal dürfen.

    Keine Zugangsbeschränkungen: Busse, Bahnen, Handel, Kirchen

    Öffentliche Verkehrsmittel und Geschäfte darf vorerst weiterhin jeder auch ohne Impf-, Genesenen- und Testnachweis betreten. Dort gibt es keine Zugangsbeschränkungen.

    Auch für Gottesdienste ist kein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis notwendig, es gibt aber eine "Höchstteilnehmerzahl einschließlich geimpfter und genesener Personen nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern" eingehalten werden kann. Entscheiden sich Kirchen oder Glaubensgemeinschaften selbst für eine 3G-Regelung, entfällt die Personenobergrenze. Eine Reihe Kirchengemeinden macht von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch.

    Wieder feste Gruppen in Kitas

    Neu: Für Kinderbetreuungseinrichtungen sind wieder strengere Schutzmaßnahmen in Kraft: Zeigt die Krankenhausampel wie aktuell Rot, müssen in Kitas wieder feste Gruppen eingerichtet werden - offene Konzepte sind nicht mehr erlaubt. Zudem gibt es für Kita-Kinder künftig die Möglichkeit zu drei statt bisher zwei kostenlosen Tests pro Woche.

    Strengere Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen

    Neu: Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen, die weder geimpft noch genesen sind, müssen ab sofort bei gelber oder roter Warnstufe mindestens zweimal jede Woche zwei negative PCR-Tests oder an jedem Arbeitstag einen negativen Schnelltest vorlegen. Bisher waren für diese Gruppe zwei Tests wöchentlich vorgeschrieben.

    Besucher, auch in Krankenhäusern, müssen grundsätzlich jedes Mal einen negativen Schnelltest vorlegen. Dies gilt auch für Geimpfte und Genesene. "Durch die zusätzlichen Testungen sollen weitere Infektionen - auch bei Impfdurchbrüchen - erkannt und Ansteckungen in diesen Bereichen verhindert werden", heißt es in der Begründung der Staatsregierung.

    3G am Arbeitsplatz

    Unverändert gilt bei Warnstufe Rot eine 3G-Pflicht für alle Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigen (einschließlich des Inhabers) für alle Mitarbeiter, die während ihrer Arbeitszeit Kontakt zu anderen Personen haben können. Sie müssen entweder vollständig geimpft oder genesen sein - oder zweimal pro Woche einen negativen Test vorlegen. Hier reicht ein Antigen-Schnelltest. Ausgenommen sind von dieser 3G-Regelung der Handel, öffentliche Verkehrsmittel sowie die Schülerbeförderung.

    PCR-Testpflicht für Beschäftigte in bestimmten Bereichen

    Überall dort, wo für Kunden 2G oder 3G plus gilt, gibt es für ungeimpfte und nicht genesene Beschäftigte und Ehrenamtliche mit Kundenkontakt eine PCR-Testpflicht. Laut Corona-Verordnung müssen "Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige" an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche über einen negativen PCR-Test verfügen, der vor höchstens 48 Stunden vorgenommen wurde.

    Für die Gastronomie, Beherbergungsbetrieben und körpernahe Dienstleistungen gibt es eine Ausnahmeregelung: Dort können die Mitarbeiter zwischen zwei PCR-Tests pro Woche und täglichen Schnelltests wählen.

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