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Die Bauern im Bayerischen Wald haben Angst vor dem Maikäfer. Die Region Passau-Freyung wird derzeit von einer regelrechten Plage heimgesucht. Ein Maikäfer-Management soll künftig die Schäden erfassen.

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Schäden erfassen: Bayern führt Maikäfer-Management ein

Die Bauern im Bayerischen Wald haben Angst vor dem Maikäfer. Die Region Passau-Freyung wird derzeit von einer regelrechten Plage heimgesucht. Ein Maikäfer-Management soll künftig die Schäden erfassen. Finanzielle Entschädigung wird es nicht geben.

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  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Ein Maikäfer-Management soll künftig in Bayern die Schäden erfassen, die die Käfer angerichtet haben. Finanzielle Entschädigung wird aber nicht in Aussicht gestellt. Das ist am Montag Vormittag bei einem Fachgespräch beschlossen worden.

2021 ist ein Maikäfer-Jahr

Behördenvertreter hatten sich mit Landwirten und Naturschützern zusammengesetzt, um über eine Lösung für künftige Jahre zu sprechen. Denn 2021 ist ein Maikäfer-Jahr. Tausende sind in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau ausgeschwärmt und haben ihre Eier in Wiesen abgelegt. Die Larven fressen die Graswurzeln, in den kommenden Jahren entsteht für die Landwirte so ein Schaden. Es ist zu befürchten, dass sie Futter für ihre Kühe zukaufen müssen.

"Das Gespräch war konstruktiv und ein erster Schritt", sagt Siegfried Jäger, Kreisobmann beim Bayerischen Bauernverband (BBV). Er ist Milchbauer in Neureichenau im Landkreis Freyung-Grafenau und selbst betroffen: In seinen Wiesen liegen Hunderte Eier von Maikäfern. Bis zu den Sommerferien sollen Landwirte in der Region geschult werden, die Menge der Engerlinge in ihren Wiesen zu erfassen. Wenn mehr als 40 Engerlinge pro Quadratmeter vorhanden sind, wird eine Schadschwelle erreicht, erklärt Jäger. Dann gilt das Grünland als zerstört und wird erfasst.

Keine finanzielle Entschädigung für Landwirte

Landwirte in der Region hatten auf finanzielle Entschädigung gehofft: "Die wird es nicht geben, das ist uns heute klar gemacht worden", sagt Jäger. Er hofft, dass es beim nächsten Treffen im September um Schädlingsbekämpfung geht. Ein schwieriges Thema, steht doch Grünland seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" unter Naturschutz. Jäger hofft, dass es Landwirten dennoch phasenweise erlaubt wird, ihre Wiesen als Ackerland umzunutzen.

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"Es gibt keine Maikäfer mehr" hat Reinhard Mey 1974 gesungen und den Einsatz von Pestiziden angeklagt. Doch mittlerweile wird wieder mehr auf den Artenschutz geachtet. So sehr, dass Maikäfer mancherorts sogar wieder zur Plage geworden sind.

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