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Eingezäunter Gradierbau Bad Kissingen
© BR/Bernhard Metzger
© BR/Bernhard Metzger

Eingezäunter Gradierbau Bad Kissingen

Ungewohnt unzugänglich präsentiert sich derzeit der Bad Kissinger Gradierbau im Norden der Kurstadt. Der markante Holzbau ist rundherum mit einem Bauzaun abgesperrt. Im Innern werkeln zwei Zimmerleute auf einer mobilen Hebebühne. Bis zu 40 Zentimeter lange Edelstahl-Schrauben treiben die Arbeiter in die Holzbalken. Eine Notmaßnahme, denn die Schrauben, die die Balken halten, sind stark korrodiert.

Schäden am Bad Kissinger Gradierbau werden untersucht

Schon bei einer kleinen Berührung bröselt die oberste Schicht der verrosteten Schrauben auseinander. Bei einem Routinecheck wurden die Schäden entdeckt. Wie gravierend sie sind, ist bisher nicht in vollem Umfang absehbar. Ein Teil der mit Schwarzdorn und Schlehen-Reisig verkleideten Seitenwand wurde freigelegt und soll nun untersucht werden.

Korrodierte Schraube am Gradierwerk Bad Kissingen

Korrodierte Schraube am Gradierwerk Bad Kissingen

Mehr als 1.000 Jahre lang wurde in Bad Kissingen Salz gewonnen. Um bei der energieintensiven Siedesalzgewinnung weniger Brennholz zu verbrauchen, brachte ein Kaufmann im 16. Jahrhundert die Idee der Gradierung aus Italien nach Franken. Insgesamt 2.000 Meter waren die Kissinger Gradierbauten einst lang. Der heutige Bau, der gut 30 Jahre alt ist, ist also nur ein kleiner Rest. Seiner Attraktivität für Besucher tut das keinen Abbruch.

Kosten für die Sanierung sind bisher nicht absehbar

Wie viel die Sanierung kosten wird, kann noch niemand abschätzen. Die gute Nachricht: Das Holz ist intakt. Ein Abriss des Wahrzeichens steht nicht zur Debatte. Und die Bauzäune sollen nach Abschluss der Stützarbeiten wieder entfernt werden, damit die Kurgäste spätestens ab Mai wieder Salzluft inhalieren können, heißt es aus dem zuständigen Bauamt in Schweinfurt.

Autoren

Achim Winkelmann

Sendung

Mittags in Mainfranken vom 16.04.2019 - 12:20 Uhr