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Schadensersatz für behindertes Kind? | BR24

© pa/dpa/Inga Kjer

Oberlandesgericht München

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    Schadensersatz für behindertes Kind?

    Eltern aus dem Landkreis Freyung-Grafenau haben Ärzte im Namen ihrer behinderten Tochter auf Geldzahlungen verklagt. Sie sagen: Hätten sie von der Behinderung gewusst, hätten sie die Schwangerschaft beendet. Heute beginnt der Prozess am OLG München.

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    Die Eltern eines Mädchens mit Trisomie 21 und einem Herzfehler verlangen Ersatz des Schadens, der ihnen durch die Unterhaltskosten für ihre behinderte Tochter entsteht, sowie ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 10.000 Euro.

    Mutter an multipler Sklerose erkrankt

    Das Landgericht München hatte die Klage in erster Instanz abgewiesen. Die Behinderungen des Mädchens seien durch eine Verkettung unglücklicher Umstände nicht erkannt worden. Gegen das Urteil hatte das Paar Berufung eingelegt. Die damals 28 Jahre alte Mutter von drei Kindern war 2009 an multipler Sklerose (MS) erkrankt. Als sie 2010 wieder schwanger war, wollte sie mit den Ärzten mögliche Risiken für das Ungeborene durch die Medikamente abklären, die sie wegen ihrer MS-Erkrankung nehmen musste.

    Eltern: Hätten Schwangerschaft abgebrochen

    Die Eltern argumentieren, sie hätten die Schwangerschaft unterbrechen lassen, wenn sie von der Behinderung gewusst hätten. Die Mediziner hätten von einer Fruchtwasseruntersuchung mit dem Hinweis auf eine Ultraschalluntersuchung abgeraten, ohne darauf hinzuweisen, dass diese nur begrenzt aussagekräftig sei. Beim Down-Syndrom sind Auffälligkeiten nur in höchstens 70 Prozent der Fälle per Ultraschall feststellbar. 

    Ärzte: Haben eingehend informiert

    Die beklagten Mediziner gaben hingegen an, sie hätten das Paar über Möglichkeiten und Grenzen der vorgeburtlichen Diagnostik eingehend informiert, unter anderem darüber, dass größtmögliche Sicherheit nur eine Gewebeentnahme oder eine Fruchtwasseruntersuchung biete.