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Sauberkeit zu jeder Zeit – Hygiene-Ausstellung im Freilandmuseum | BR24

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Hygiene-Ausstellung im Fränkischen Freilandmuseum

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    Sauberkeit zu jeder Zeit – Hygiene-Ausstellung im Freilandmuseum

    Badekultur, Lebensmittelhygiene, erste Waschmaschinen und das heute so gefragte Desinfektionsmittel. Bei der neuen Ausstellung im Fränkischen Freilandmuseum "Sauberkeit zu jeder Zeit – Hygiene auf dem Land" geht es um die Entwicklung der Hygiene.

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    Von
    • Annika Svitil

    Händewaschen, Desinfizieren, Gesichtsmasken bei mindestens 60 Grad in die Waschmaschine. Dass die aktuelle Ausstellung des Fränkischen Freilandmuseums so gut in die momentane Lage passt, damit hat Museumsleiter Herbert May nicht gerechnet. Seit Anfang Mai wird die Jahresausstellung "Sauberkeit zu jeder Zeit – Hygiene auf dem Land" in Bad Windsheim gezeigt. Momentan aber ohne Besucher im Ausstellungsraum.

    Klick für Klick durch die Hygiene–Ausstellung

    Die Eröffnung wurde virtuell im Internet übertragen, sogar auf Instagram konnten Nutzer den Ausstellungsbeginn verfolgen. Dabei gab es auch eine erste Führung durch die Exponate. Darüber hinaus kann die Ausstellung trotz Corona von zuhause über eine virtuelle 360–Grad–Tour besichtigt werden.

    Badekultur ab dem späten Mittelalter

    Direkt am Eingang der Ausstellung steht ein Modell des Badhauses aus Wendelstein. Das Original wird gerade auf dem Gelände des Freilandmuseums aufgebaut. In diesem Badehaus konnten Menschen früher klassisch in Wannen baden, aber auch schon in ein Schwitzbad – also in eine Art Sauna – gehen.

    Badewesen im 17. Jahrhunderts

    Das Badewesen änderte sich im 17. Jahrhundert. Dort galt die Miasmen-Theorie: die besagte, dass beim Baden Dämpfe und Verunreinigungen, sogenannte Miasmen, durch die geöffneten Poren in den Körper eindringen. Also mied man den Kontakt mit Wasser so gut es ging, um nicht krank zu werden. Um trotzdem gut zu riechen, kam dann Parfum zum Einsatz – besonders beim Adel. Nach der Aufklärung kam das Baden jedoch wieder auf.

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    Ein Desinfektionsgerät das Desinfizieren von Rasierklingen beim Frisör.

    Hygiene beim Friseur

    Die Exponate stammen aus verschiedenen Freilichtmuseen, da die Ausstellung eine Wanderausstellung der Arbeitsgemeinschaft süddeutscher Freilichtmuseen ist. So steht mitten in der Ausstellung ein Lindauer Frisörsalon, der normalerweise im Bauernmuseum Illerbeuren im Unterallgäu zu sehen ist. Auch dort war Hygiene ein großes Thema. Da sich viele Friseurinnen mit Hepatitis B angesteckten, weil sie sich mit dem Rasiermesser schnitten, gab es Desinfektionsgeräte. Dort legte man die Rasiermesser hinein und über einen Schlauch wurde eine Formaldehyd-Lösung eingeführt, die dann die Rasiermesser desinfizierte.

    Waschen ohne Waschmaschine

    Ein weiterer Aspekt der Körperhygiene: saubere Kleidung. Anders als heute war Waschen im 19. Jahrhundert ein langer Prozess. Richtige Waschtage gab es nur vier bis sechs Mal im Jahr. Durch Waschbretter und Bleiche wurde die Kleidung außerdem ziemlich strapaziert, manches Stück war deswegen überhaupt nicht waschbar. Um trotzdem hygienisch zu bleiben, gab es einige Tricks. So zogen sich Menschen während der Arbeit Kittel und Schürzen an, trugen Hemden unter der Kleidung, oder setzten eine Lederkappe unter dem Hut auf. Sogenannte Schweißblätter mit pulverisierten Kräutern wurden in enge Kleider von Frauen eingenäht, um Gerüche zu vermeiden.

    Die ersten Waschmaschinen

    Im 18. Jahrhundert wurde die erste Waschmaschine erfunden, eine Bottich-Waschmaschine, mit einer Kurbel. Revolutioniert wurde das Wäschewaschen durch Vollautomaten in den 1950ern. Um 1960 kostete ein solches Gerät 2.300 DM, was damals einer Unsumme entsprach.

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    Eine der ersten Waschmaschinen - ein Toplader von Siemens

    Hygiene–Ausstellung ab 11. Mai geöffnet

    Ab dem 11. Mai ist die Ausstellung und das ganze Museum für Besucher wieder geöffnet.

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