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Bildrechte: BR/Annalena Sippl

Statt dem üblichen traditionellen Martinsumzug setzt Musikschulleiter Odilo Zapf (vorne) in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf ein Video.

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    Sankt Martin trotz Corona: Den Mantel teilen, nicht das Virus

    Keine leuchtend bunten Laternen im dichten Gedränge des Martinsumzugs: Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen müssen die Umzüge in diesem Jahr ausfallen. Doch es gibt kreative Alternativen.

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    Von
    • Annalena Sippl
    • BR24 Redaktion

    Es herrscht dichtes Gedränge, bunte Laternen brennen und leuchtende Kinderaugen sind auf Friesenhengst Janik und seinen Reiter, den heiligen Martin, gerichtet: So ungefähr sieht es am Martinsabend in Freising normalerweise aus.

    "Gerade wenn das Wetter schön ist, haben wir sonst an die 3.000 bis 4.000 Leute, die am Martinszug teilnehmen", erzählt Odilo Zapf, der Leiter der Freisinger Musikschule. Er und seine Kolleginnen und Kollegen organisieren den Martinsumzug sonst immer. Doch heuer ist alles anders: Wegen der Kontaktbeschränkungen und Corona-Sicherheitsmaßnahmen kann der traditionelle Umzug nicht stattfinden.

    Das gilt in Bayern eigentlich für alle Laternenumzüge. Die 27 deutschen katholischen Bistümer orientieren sich mit ihren Empfehlungen an den jeweiligen Corona-Landesverordnungen. In Bayern gilt 2. November ein Teil-Lockdown. Öffentliche Plätze sind für Feiern tabu. Allerdings sind Gottesdienste weiter erlaubt. Das Erzbistum München und Freising bietet deshalb besondere Martinsgottesdienste für Kinder.

    Video soll Martinszug ersetzen

    Damit der Martinstag für die Freisinger dennoch besonders wird, hat Musikschulleiter Zapf eine Alternative geplant. Schon in der Woche vor dem Martinstag wurde auf dem Gelände der Schule ein Video gedreht, das dann auf der Webseite der Musikschule veröffentlicht werden soll. Neben den Musikern ist in dem Video auch Sankt Martin selbst zu sehen. Dieser wird in Freising schon seit mehreren Jahren von der Reiterin Veronika Goldbach gespielt. Sie und ihr Pferd Janik sind extra für die Dreharbeiten nach Freising gekommen.

    Durch Aktion das Miteinander fördern

    Neben der Szene der Mantelteilung mit Reiterin Veronika und ihrem Pferd Janik werden auch Musiker, der Freisinger Oberbürgermeister und Geistliche aus der Stadt in dem Video zu sehen sein. Viel Aufwand, den Musikschulleiter Zapf jedoch gerne auf sich nimmt. "Es geht um das Thema Miteinander, das füreinander da sein. Wir wollen vor allem auch die Kinder ermutigen, dass sie mitsingen und dann mit ihren Lampions rausgehen und das Licht in alle Welt tragen und sagen, wir sind trotzdem füreinander da", so Zapf.

    St. Martin reitet auf dem Pferd durch Fürth

    Trotz der Corona-Maßnahmen füreinander da sein und vor allem den Kleinsten etwas bieten, das wollte man auch in Fürth. Wie in anderen bayerischen Kindergärten musste auch hier der übliche St. Martinsumzug mit Eltern und Kindern abgesagt werden. "Die Kinder waren natürlich sehr traurig", erzählt Manuela Visang, die Leiterin des Kindergartens "Flinke Finken". Als Gemeinde St. Martin habe man den Tag sonst immer "richtig zelebriert".

    Doch die "Flinken Finken" erwartet am Martinstag eine Überraschung. Denn Pfarrer Florian Wörnle von der evangelischen Kirchengemeinde St. Martin hat in der Zwischenzeit einen Alternativplan entwickelt. Mit einem Martinsreiter wird er am Mittwoch die Kinder im Kindergarten besuchen. In Kleingruppen werden sie im Freien auf Pferd und Reiter treffen können. "Der Martinsreiter hat gesagt, dass er unbedingt kommen will, weil er es so schön findet, die strahlenden Augen der Kinder zu sehen", so Pfarrer Wörnle.

    Auch Kinderklinik bekommt Besuch von Martinsreiter

    Im Kindergarten "Flinke Finken" ist vorgesorgt, die Laternen sind schon lange fertig gebastelt. Insgesamt sechs Stationen hat Pfarrer Wörnle für seine Martins-Tour eingeplant, darunter eine Kinderklinik und auch eine Grundschule. "Immer wieder werden wir auch am Gartenzaun bei Menschen stehen bleiben und sie begrüßen", so der Fürther Pfarrer. "Das ist mir einfach ein großes Anliegen: Der Martinsreiter kommt zu den Menschen."

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