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Sanierungsstopp: Im Bistum Würzburg wird nicht mehr gebaut | BR24

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Aufgrund der Prognosen für weniger Kirchensteuer-Einnahmen hat sich das Bistum Würzburg einen Sparkurs verordnet. Erstes Opfer des Baustopps ist die Gemeinde Oberschwappach.

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Sanierungsstopp: Im Bistum Würzburg wird nicht mehr gebaut

Aufgrund der Prognosen für weniger Kirchensteuer-Einnahmen hat sich das Bistum Würzburg einen Sparkurs verordnet. Erstes Opfer des Baustopps ist die Gemeinde Oberschwappach.

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Die Kirchen im Freistaat ächzen zunehmend unter der Immobilienlast. Es fehlt an Geld, den Gebäudebestand zu erhalten. Klöster werden verkauft, andernorts hat man mit einem Baumoratorium alle Baumaßnahmen gestoppt, seit dem 1. August auch im Bistum Würzburg. Das heißt: In den nächsten drei Jahren sollen nur die allernötigsten Maßnahmen durchgeführt werden. Geplante Sanierungen werden auf Eis gelegt. Bereits begonnene sollen zu Ende geführt werden.

Oberschwappach ist erbost

Die Kirchengemeinde von Oberschwappach im Landkreis Haßberge fühlt sich dabei komplett ungerecht behandelt. Sie ist nämlich der Ansicht, dass die Sanierung ihrer Kirche schon läuft. Doch das Bistum fror alle Gelder ein. Dabei sollte die Kirche St. Barbara in Oberschwappach 2021 fertig saniert sein, rechtzeitig zum 300-jährigen Jubiläum der Kirchenweihe. Vom Loch im Altarbereich, über Risse an den Wänden, bis zur veralteten Elektrik und Heizung - das sind nur ein paar nötige Baumaßnahmen, die dringend getätigt werden müssten.

Baumaßnahmen haben bereits begonnen

Bereits im Oktober 2018 habe die Oberschwappacher Kirchenverwaltung vom Bistum Würzburg die Zusage auf Unterstützung für die rund 800.000 Euro teure Sanierung erhalten. 580.000 Euro wollte das Bistum Würzburg dafür zuschießen. Davon 400.000 Euro über dieses und nächstes Jahr verteilt. Der Rest sollte aus Spenden und einem Zuschuss der Gemeinde Knetzgau gedeckt werden, zu der Oberschwappach gehört. Dass begonnene Baumaßnahmen zu Ende gebracht werden, darauf habe man sich verlassen. Schließlich seien bereits über 70.000 Euro für Architektenhonorare ausgegeben worden. Auch eine neue, wenn auch gebrauchte Orgel haben die Oberschwappacher bereits angeschafft für rund 9.000 Euro.

"Im Sonntagsblatt stand, dass begonnene Maßnahmen nicht betroffen sind. Und darauf berufen wir uns. Wir, die Gemeinde, weil wir natürlich auch wollen, dass die Kirche in Schuss ist." Stefan Paulus, Bürgermeister von Knetzgau

Bistum weist Vorwürfe zurück

Auf eine Anfrage von Bürgermeister Paulus antwortet das Bistum, dass der Zuschuss erst fließen werde, wenn das Geld komplett angespart sei. Das Bistum habe die Oberschwappacher Pfarrkirche über den Baustopp informiert, sagt Generalvikar Thomas Kessler, und weist die Vorwürfe zurück, dass die Diözese hier Zusagen nicht einhalte.

Bestandsaufnahme im Bistum

Mittlerweile hat das Bistum Würzburg begonnen, seine Immobilien und deren Zustand zu erfassen. Anhand der Daten soll dann entschieden werden, welche Gebäude saniert, welche Instand gehalten und welche mittelfristig veräußert werden. Das Bistum Würzburg hat rund 1.500 Kirchen und Kapellen, mehr als 200 Pfarrheime, 970 Pfarrhäuser und rund 600 Kindertagesstätten. Mit dem Baumoratorium will das Bistum Würzburg rund sechs Millionen Euro im Bauhaushalt sparen.

© BR|Norbert Steiche

St. Barbara in Oberschwappach

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Auch die Orgel ist sanierungsbedürftig

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Altar in St. Barbara

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Provisorisch abgedecktes Loch im Altarraum

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Auch die Elektrik muss erneuert werden

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Risse in der Wand von St. Barbara

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St. Barbara in Oberschwappach