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Sanierung des Bürgerhauses in Rothenburg wird gefördert | BR24

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Die Sanierung des Bürgerhauses Judengasse 10 in Rothenburg ob der Tauber wird gefördert. Der Erhalt des Bürgerhauses soll mit 725.000 Euro unterstützt werden.

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Sanierung des Bürgerhauses in Rothenburg wird gefördert

Mit 725.000 Euro wird die Sanierung des Bürgerhauses Judengasse 10 im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber gefördert. Das Haus sei ein herausragendes Dokument spätmittelalterlichen jüdischen Lebens, heißt es aus dem Staatsministerium.

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Die Sanierung des Bürgerhauses Judengasse 10 in Rothenburg ob der Tauber wird gefördert. Wie eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst mitteilt, soll der Erhalt des Bürgerhauses mit 725.000 Euro unterstützt werden.

"Das Bürgerhaus (…) ist ein herausragendes Dokument spätmittelalterlichen jüdischen Lebens in Mittelfranken. Die darin noch erhaltene Mikwe ist eines der ältesten datierbaren Beispiele eines jüdischen Ritualbads in Deutschland." Bernd Sibler, Wissenschafts- und Kunstminister Bayern.

Sibler: "Bürgerhaus ist historische Kostbarkeit"

Bayerns Wissenschaftsminister Sibler freue sich, diese historische Kostbarkeit für die Nachwelt zu sichern. Bei dem Bürgerhaus Judengasse 10 handelt es sich um die westliche Hälfte eines 1409 erbauten zweigeschossigen Doppelhauses. Das ursprünglich als reiner Fachwerkbau errichtete Haus besitzt im Erdgeschoss heute massiv gemauerte Umfassungswände.

Gut erhaltenes Ritualbad

Das Obergeschoss weist an Straßen- und Traufseite noch Fachwerkfassaden auf, die jedoch mehrfach verändert wurden. Anders als das Obergeschoss, dessen ursprüngliche Struktur noch weitgehend unverändert erhalten ist, wurde das Erdgeschoss stärker verändert. Neben der gut erhaltenen Bohlenstube ist insbesondere die im Keller erhaltene ehemalige Mikwe – ein jüdisches Ritualbad –, besonders hervorzuheben.

Sanierung macht jüdisches Leben sichtbar

Die Sanierung ermögliche es, jüdisches Leben des spätmittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber wieder sichtbar werden zu lassen. Dies sei gerade ein Jahr vor dem Jubiläum "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" ein positives Signal, sagt Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe.

Eigentümerin des Bürgerhauses ist die Stiftung Kulturerbe Bayern. Die Förderung stammt aus dem Entschädigungsfonds und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verwaltet und gemeinsam vom Freistaat und den Kommunen getragen.

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