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Sanierung der Stadtresidenz: Ein Stück Italien in Landshut | BR24

© BR/Harald Mitterer

Welche Stadt ist die italienischste diesseits des Brenners? Regensburg oder München? Oder ist es gar Landshut? Denn dort steht der erste nördlich der Alpen errichtete italienische Renaissance-Palast. Und der muss jetzt aufwändig saniert werden.

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Sanierung der Stadtresidenz: Ein Stück Italien in Landshut

Mit der Stadtresidenz wird derzeit eines der Wahrzeichen der Stadt Landshut saniert: Ein ganz und gar ungewöhnliches Gebäuder, das sich in den deutschen Bau mit klassizistischer Fassade in der Altstadt und in den italienischen Bau dahinter aufteilt.

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Sie ist der älteste Renaissance-Palast nördlich der Alpen und wurde nach italienischen Vorbildern errichtet: Die Stadtresidenz, eines der Wahrzeichen der Stadt Landshut, wird derzeit saniert. Ein sehr ungewöhnlicher Bau, denn er teilt sich in einen deutschen Teil mit klassizistischer Fassade in der Altstadt und in einen italienischen Teil dahinter auf.

Eine der touristischen Attraktionen der Stadt

Die Residenz diente jahrhundertelang den Herrschenden als Residenz in der Landshuter Altstadt und wird heute von der Bayerischen Schlösser-Verwaltung verantwortet. Vor allem der italienische Saal, aber auch der Marstall, die Hofküche und der prächtige Innenhof, in dem bis zu Beginn der Sanierung unter anderem Konzerte veranstaltet wurden, zählen neben der Burg Trausnitz und der Martinskirche zu den touristischen Attraktionen Landshuts.

Italienischer Palazzo mitten in Landshut

Ein italienischer Palazzo mitten in Landshut und über allem steht eine Frau: Bauleiterin Kathy Dörr erklärt in schwindelerregender Höhe auf dem Gerüst, warum die Sanierung so dringend ist. Die Dachziegel sind teilweise brüchig und locker. Sie drohen bei Sturm in die Gassen der Altstadt zu fallen. Aber auch der Original-Dachstuhl aus der Zeit um 1515 ist angeschlagen, alte Balkenteile müssen teilweise ersetzt werden. Deshalb ist jetzt die Sanierung des prächtigen Renaissance-Gebäudes notwendig - von oben her beginnend.

© Staatliches Bauamt Landshut

Das Kupferdach der Hofküche wurde für weitere Sanierungsarbeiten angehoben. Darunter wird das Gewölbe von oben sichtbar.

Erster Renaissance-Bau auf deutschem Boden

Bei seiner Italienreise 1536 ist Herzog Ludwig X. vor allem von dem Palast in Mantua so angetan, dass er italienische Baumeister nach Landshut beordert. Diese errichten mitten in der Altstadt den ersten Renaissance-Palast auf deutschem Boden. Der Herzog zieht von der Burg Trausnitz hinunter zu den Bürgern. Das Renaissance-Ensemble in der Landshuter Altstadt steht für eine Zeitenwende, erklärt Christoph Straßer von der Bayerischen Schlösserverwaltung: "Das Mittelalter ist zu Ende, die Neuzeit beginnt, die Herrscher verlassen ihre Burgen und ziehen zu den Bürgern in die Stadt. An dem herrschaftlichen Palast aber sollte man schon die Stellung des Herzogs erkennen, entsprechend prominent und selbstbewusst steht dieser Bau in der Altstadt."

Großbaustelle in der Altstadt

Heute wirkt der Renaissance-Bau mit dem herrlichen Innenhof wie ein Stück Italien mitten in Landshut. Genau das ist die große Herausforderung für Bauleiterin Kathy Dörr. Die Großbaustelle liegt mitten in der Landshuter Altstadt. Der riesige, tonnenschwere Kran wurde auf Stahlstelzen in die Ländgasse gestellt, weil unten lebenswichtige Versorgungswege für die Altstadt offen bleiben müssen.

"Die größte Herausforderung war es tatsächlich, einen Platz für den Kran und die Baustelleneinrichtung zu finden. Und so haben wir den Kran auf ein Stahlportal in der Ländgasse gestellt. Denn unten müssen halt weiterhin Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte durchfahren können - und auch die Müllabfuhr." Bauleiterin Kathy Dörr

Die Großbaustelle an der Residenz ist so etwas wie eine Operation am offenen Herzen der Landshuter Altstadt. Die Bauarbeiten werden noch Monate andauern.

© BR/Harald Mitterer

Unter dem Kran an der Stadtresidenz können Passanten durchgehen

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