BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Donauausbau in Niederbayern: Für Schifffahrt, gegen Hochwasser | BR24

© BR

Mit dem Spatenstich beginnt heute der Donauausbau zwischen Straubing und Deggendorf offiziell. Ministerpräsident Markus Söder und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (beide CSU) kommen dafür nach Niederwinkling (Landkreis Straubing-Bogen).

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Donauausbau in Niederbayern: Für Schifffahrt, gegen Hochwasser

Mit dem heutigen Spatenstich beginnen die Baumaßnahmen für den sanften Donauausbau zwischen Straubing und Deggendorf. Damit sollen unter anderem Ortschaften an der Donau vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt werden.

Per Mail sharen

Der Gesamtabschnitt des Donauausbaus in Niederbayern umfasst die Strecke zwischen Straubing und Vilshofen (Lkr. Passau). Die Ziele: Zum einen sollen die Schifffahrtsverhältnisse, zum anderen der Hochwasserschutz verbessert werden. Der Donauausbau im ersten Teilabschnitt zwischen Straubing und Deggendorf beginnt jetzt. Die Kosten dafür: 600 Millionen Euro. Die Kosten für den gesamten Donauausbau mit Hochwasserschutz liegen bei über einer Milliarde Euro.

Schifffahrt in Niederbayern verbessern

Für die Verbesserung der Schifffahrt wird die Wasserstraße ausgebaut. Denn: Die Donau in Niederbayern ist Teil der 3.500 Kilometer langen Transeuropäischen Wasserstraße. Sie verbindet damit die großen Seehäfen mit den Binnenhäfen an Rhein, Main und Donau.

Sanfter Donauausbau ohne Staustufe

Im Abschnitt Deggendorf-Straubing (38 Kilometer) plant WIGES (Wasserbauliche Infrastrukturgesellschaft mbH, früher Rhein-Main-Donau GmbH) eine Vertiefung der Fahrrinne. Von WIGES heißt es nämlich, dass die Schifffahrt bei diesem Abschnitt beeinträchtigt sei, es gebe eine geringe Abladetiefe und beengte Fahrrinnenverhältnisse. Weil man sich auf die Variante A beim Donauausbau geeinigt hat, den sanften, naturnahen Donauausbau ohne Staustufe, erfolgt der Ausbau der Bundeswasserstraße Donau mit flussregelnden Maßnahmen. Das heißt, dass eine Vertiefung der Fahrrinne durch sogenannte Regelungsbauwerke wie Buhnen und Parallelwerke erfolgt.

© www.lebensader-donau.de

Donauausbau Straubing - Vislhofen

Baubeginn noch in diesem Jahr

Die Arbeiten in der Donau beginnen voraussichtlich noch in diesem Jahr. Für den ersten Teilabschnitt zwischen Straubing und Deggendorf sind drei Bauphasen vorgesehen. Zunächst soll die Abladetiefe in der Donau zwischen Straubing und Vilshofen bei Niedrigwasser von aktuell 1,60 Meter auf 1,80 Meter vergrößert werden. Für Binnenschiffer sollen künftig an 200 Tagen im Jahr anstatt an 144 ein Wasserstand von mindestens 1,20 Meter garantiert sein. Die Gesamtkosten allein für den Donauausbau in diesem Abschnitt (ohne Hochwasserschutz) betragen laut WIGES 63 Millionen Euro.

Schifffahrtsvertreter zufrieden

Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayern Hafen GmbH & Co. KG und Präsident des Bundesverbandes öffentlicher Binnenhäfen:

"Da kommt eine sichtbare Bewegung in die Szenerie. Ich bin froh, dass nicht mehr diskutiert wird, sondern angepackt wird, damit die Schifffahrt verbessert wird. Wir sind froh, dass es losgeht. Die Schifffahrt hätte sich zwar noch einen größeren Vorteil erhofft - man muss aber nehmen, was man kriegt. Die Situation wird sich deutlich verbessern." Joachim Zimmermann, Bayern Hafen GmbH

Bedeutung der Schiffffahrt

Hauptsächlich werden auf der Donau Getreide, Düngemittel, Futtermittel oder auch Metalle transportiert. Steht man am Deggendorfer Donauufer, fahren durchschnittlich zwei Frachtschiffe in einer Stunde in Deggendorf vorbei.

Laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik, waren die umschlagstärksten Häfen 2019 an der Donau Regensburg und Straubing-Sand mit 231.000 und 194.400 Tonnen. Jedoch zeigt die Statistik aus dem Jahr 2019 auch, dass der Güterumschlag der Binnenschifffahrt in Bayern seit 1990 im Donau- und Maingebiet kontinuierlich abnimmt.

Ob mit dem Ausbau das Frachaufkommen auf der Donau wieder zunimmt, bezweifeln Experten. Für viele ist der Schifftransport aufgrund langer Lieferzeiten im Vergleich zum Schienen- oder Straßenverkehr nicht attraktiv.

© www.lebensader-donau.de

Entwicklung des Güterumschlags der Binnenschifffahrt in Bayern seit 1990

Hochwasserschutz in Niederbayern

Ein weiteres Ziel des Donauausbaus: Hochwasserschutz für die Orte entlang der Donau. Sie sollen künftig vor einem hundertjährlichen anstatt wie bisher vor einem dreißigjährlichen Hochwasser geschützt werden. Bei der Jahrhundertflut im Jahr 2013 wurden zum Beispiel der Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf oder Mariaposching im Landkreis Straubing-Bogen komplett überschwemmt.

Bereits im Juni haben die Bauarbeiten an zwei von insgesamt fünf Flutpoldern im entlang der Donau zwischen Straubing und Deggendorf begonnen: Polder Sulzbach (Lkr. Straubing-Bogen) und Polder Steinkirchen (Lkr. Deggendorf).

Es werden dort neue Deiche und Schöpfwerke gebaut bzw. Deiche rückverlegt. Der Platz, der dann zwischen Donau und dem neuen, weiter vom Ufer entfernten Deich entsteht, dient als ökologische Ausgleichsfläche für die Tier- und Pflanzenwelt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!