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1.000 Beschäftigte sollen entlassen werden. Das plant eine Tochtergesellschaft des Klinikkonzerns Sana, der auch in Oberfranken Standorte unterhält. In Hof wollen Beschäftigte gegen die drohenden Entlassungen protestieren.

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Sana-Klinikum Hof: Beschäftigte protestieren gegen Entlassungen

1.000 Beschäftigte sollen entlassen werden. Das plant eine Tochtergesellschaft des Klinikkonzerns Sana, der auch in Oberfranken Standorte unterhält. In Hof haben Beschäftigte gegen die drohenden Entlassungen protestiert.

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Von
  • Thorsten Gütling
  • Lorenz Storch

Die Beschäftigten des Sana Klinikums in Hof haben gegen die geplanten Entlassungen bei der Service-Tochter DGS, einer Gesellschaft für Sicherheit, Hauswirtschaft und Transport protestiert. Rund 50 Beschäftigte standen in Form einer "aktiven Mittagspause" am Haupteingang des Klinikums in Hof.

50 Mitarbeitende in Hof und Pegnitz wären betroffen

Wie bereits seit Ende April bekannt ist, plant der Sana-Klinikkonzern die Entlassung von bundesweit mehr als 1.000 der insgesamt 3.000 Beschäftigten im Servicebereich. Insgesamt rund 50 Mitarbeitende seien demnach an den Standorten Hof und Pegnitz im Landkreis Bayreuth betroffen. Wie es bei Verdi weiter heißt, sei die Arbeit im Krankenhaus Teamarbeit, die nur durch das Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen funktioniere.

Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Schmalzbauer bezeichnete die Stellenstreichungen inmitten der Pandemie als fatale Konsequenz der Kommerzialisierung im Gesundheitsbereich: "Es ist nicht erklärbar, warum in einem Bereich, der durch Steuern und Versicherungsbeiträge finanziert wird, private Gewinne gemacht werden müssen. Sana macht Gewinne, trotzdem will man bei den Schwächsten sparen."

Die unter anderem bei Stationsassistenzen, Hol- und Bringdiensten sowie Pforten- und Sicherheitsdiensten geplanten Entlassungen würden den in Deutschland sowieso schon ausgeprägten Pflegenotstand somit weiter verschärfen. Neben Hof sollten die Protestaktionen an zahlreichen weiteren Standorten des drittgrößten deutschen Klinikkonzerns stattfinden.

Massenentlassungen: Pflegepersonal sieht Fehlentwicklung

Ziel sei es auch, die am 16. Juni tagenden Gesundheitsminister der Länder auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die geplanten Massenentlassungen zeigten schließlich, zu welchen Fehlentwicklungen die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens führe.

Verdi fordere daher eine Abkehr vom System der Fallpauschalen hin zu einer bedarfsgerechten Finanzierung der Krankenhäuser. Die Begründung des Klinik-Konzerns für den bundesweiten Stellenabbau: Die Tochtergesellschaft DGS sei nicht zukunftsfähig aufgestellt. Die Unternehmensleitung habe sich daher für eine Neustrukturierung entschieden.

Die Beschäftigten der Hofer Sana-Klinik sammelten während der Kundgebung weiter Unterschriften gegen die Entlassungen. Viele trugen Aufkleber mit dem Wahlspruch "Ein Haus, eine Belegschaft". Die Arbeit der Betroffenen sei unverzichtbar, sie hätten sichere Arbeitsplätze und eine angemessene Entlohnung verdient, so Verdi. Eine weitere Aufspaltung oder Fremdvergabe der Tätigkeiten würde sowohl den Beschäftigten als auch der Versorgungsqualität schaden.

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Beschäftigte der Sana-Kliniken in Hof und Pegnitz wollen gegen geplante Massenentlassungen in einer Service-Gesellschaft demonstrieren.

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