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Bild vom Unfall

Das Landgericht Traunstein muss sich mit dem Unfalltod zweier Frauen vom Samerberg befassen, weil die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung Berufung gegen das Urteil eingelegt haben.

25-Jähriger wurde zu Haftstrafe verurteilt

Ein 25 Jahre alter BMW-Fahrer aus Riedering ist zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Gerichts mitschuldig an dem Unfall war. Im November 2016 war ein anderer Autofahrer beim Überholen frontal mit dem Kleinwagen der jungen Frauen zusammengestoßen. Zwei starben, die Dritte im Auto, die Schwester eines der Opfer, überlebte schwerstverletzt und mit dauerhaften Folgen.

Tödlicher Zusammenstoß, weil keine Lücke frei war

Der verurteilte Riederinger hatte zusammen mit einem vor ihm fahrenden weiteren BMW-Fahrer verhindert, dass der eigentliche Unfallverursacher beim Überholen noch rechtzeitig wieder einscheren konnte. Die beiden BMW-Fahrer hatten die Lücke zwischen ihren Fahrzeugen dicht gemacht - so das Urteil. Deshalb kam es Sekunden später zu dem tödlichen Frontalzusammenstoß.

Haftstrafe für fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung

Im Prozess hatte der Staatsanwalt drei Jahre Haft für den Riederinger beantragt, sein Verteidiger Freispruch. Verurteilt wurde er dann zu zwei Jahren und drei Monaten, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Außerdem bekam er eine Führerscheinsperre von zweieinhalb Jahren.

Zwei Jahre Haft ohne Bewährung für den ersten Fahrer

Der Fahrer des ersten BMW war bereits im Mai 2018 zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden, auch er hat dagegen Berufung eingelegt, über die noch entschieden werden muss. Der eigentliche Unfallverursacher bekam damals eine Bewährungsstrafe, die bereits rechtskräftig ist.

Ob die Berufungen der beiden BMW-Fahrer in einem gemeinsamen Prozess verhandelt werden, steht noch nicht fest. Darüber muss das Landgericht Traunstein entscheiden. Einen Termin gibt es noch nicht.