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Samerberg-Prozess: Nebenklage benennt neuen Zeugen | BR24

© picture alliance / Uwe Lein/dpa

Außenansicht des Justizgebäudes am Landgericht in Traunstein

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    Samerberg-Prozess: Nebenklage benennt neuen Zeugen

    Paukenschlag im Berufungsprozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim: Die Nebenklage hat einen neuen Zeugen benannt, der die Hauptangeklagten schwer belasten könnte.

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    Im Berufungsprozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim vor dem Landgericht Traunstein hat die Nebenklage in der Verhandlung am Dienstag (29.10.) für eine Überraschung gesorgt. Zu Beginn der Sitzung stellte ein Vertreter einen Beweisantrag für die Vernehmung eines weiteren Zeugen. Der Mann soll in einer Woche gehört werden.

    Zeuge könnte Hauptangeklagte schwer belasten

    Der Zeuge ist ehemaliger Mitarbeiter im väterlichen Betrieb eines der Hauptangeklagten. Laut Beweisantrag will der Zeuge gehört haben, wie sich die beiden Hauptangeklagten, die beiden BMW-Fahrer, sowie deren Beifahrer einen Tag nach dem tödlichen Unfall in den Geschäftsräumen des Vaters getroffen und über den Unfallhergang unterhalten haben. Dabei sollen sich die vier jungen Männer auch über ihr künftige Verhalten gegenüber der Polizei abgestimmt haben.

    Wurde der Unfallverursacher provoziert?

    Unter anderem sollen die Hauptangeklagten darüber geredet haben, dass sie den späteren Unfallverursacher provozieren wollten, damit er ihre BMWs überholt. Dann hätten sie, so der Zeuge laut Beweisantrag, Gas gegeben, um die Lücke zwischen den Fahrzeugen zu schließen.

    In der Folge kam es zu dem Frontalzusammenstoß des Golf GTI mit einem Kleinwagen, in dem sich drei junge Frauen vom Samerberg befanden. Zwei der Frauen kamen bei dem Unfall ums Leben, die Dritte überlebte schwerst verletzt.

    Zeuge soll in einer Woche aussagen

    Der Vorsitzende Richter will diesen Zeugen am nächsten Verhandlungstag in einer Woche als Zeuge einvernehmen.

    Insgesamt 16 Zeugen geladen

    Am heutigen Verhandlungstag (29.10.) waren insgesamt 16 Zeugen geladen. Am Vormittag wurden Mutter, Schwester und Ehefrau des Unfallverursachers aus Ulm befragt, außerdem Zeugen, die die Fahrzeuge am 22. November zufällig beobachtet hatten.

    Zeugen belasten die beiden BMW-Fahrer

    Die Schwester des Golf GTI-Fahrers gab an, ihr Bruder habe sie kurz nach dem Frontalcrash angerufen und gesagt: "Die Schweine haben mich nicht reingelassen". Eine Autofahrerin erzählte von einem schwarzen, "aufgemotzten" BMW, der sie kurz vor dem Unfall bereits geschnitten hätte.

    Eine weitere Familie berichtete, ihr seien die lauten, getunten Autos aufgefallen, die in zu geringem Abstand hinter einander gefahren seien. Zwei Zeugen sagten, die Fahrmanöver hätten sie an ein Autorennen erinnert.

    Ersthelfer widerspricht der Aussage eines der BMW-Fahrer

    Außerdem sagten zwei Ersthelfer aus, die sich nach ihrem Einsatz am Unfallort monatelang in Therapie befanden. Einer der Ersthelfer sagte aus, er habe als erster die Tür des Kleinwagens mit den verunglückten Frauen geöffnet.

    Damit widersprach er der Aussage eines der Angeklagten BMW-Fahrer. Dieser hatte berichtet, er hätte sich nach dem Unfall um eine schwer verletzte Frau in dem Kleinwagen gekümmert.

    Urteil könnte am 7. November fallen

    Am 5. November könnten die Plädoyers gehalten werden. Das Urteil könnte am 7. November fallen.