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Samerberg-Prozess: Haftstrafen nach Unfalltod zweier Frauen | BR24

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Das Landgericht Traunstein hat zwei Männer schuldig gesprochen, am Tod von zwei jungen Frauen vom Samerberg mitschuldig zu sein. Die jungen Männer müssen zwei Jahre in Haft.

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Samerberg-Prozess: Haftstrafen nach Unfalltod zweier Frauen

Im Berufungsprozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim hat das Landgericht Traunstein die beiden Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt. Die Verteidiger hatten zuvor Freisprüche beantragt.

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Zwei junge Frauen kamen ums Leben, eine dritte wurde schwer verletzt: Drei Jahre nach einem schweren Unfall im Landkreis Rosenheim sind zwei 25 und 26 Jahre alte Männer zu Haftstrafen verurteilt worden. Einer bekommt zwei Jahre und fünf Monate, der andere zwei Jahre und drei Monate.

Verurteilt wurden beide Angeklagte vom Landgericht Traunstein wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in drei Fällen und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs. Bei einem der BMW-Fahrer kommt noch die Verurteilung wegen eines verbotenen Autorennens eine Woche vor dem ersten Prozess um den Unfall in der Rosenheimer Innenstadt dazu. Bei diesem Angeklagten wird der Führerschein für ein Jahr und sechs Monate gesperrt, beim anderen für zweieinhalb Jahre.

Die beiden 21 und 15 Jahre alten Frauen vom Samerberg starben, als ihr Kleinwagen von einem Golf GTI frontal gerammt worden war. Die 25 und 26 Jahre alten Angeklagten saßen am Steuer zweier BMW. Sie sollen den überholenden Golf nicht mehr rechtzeitig zwischen ihren Fahrzeugen reingelassen haben, weshalb es laut Anklage zu dem tödlichen Unfall gekommen war. Sie wurden dafür in erster Instanz vom Amtsgericht Rosenheim zu Gefängnisstrafen ohne Bewährung verurteilt, dagegen hatten sie Berufung eingelegt.

Die Verteidiger hatten zuvor Freisprüche für ihre Mandanten beantragt. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Haft für einen der BMW-Fahrer gefordert, für den anderen drei Jahre und drei Monate.

Verkehrsteilnehmer in Zukunft vor Rasern schützen

Die Anwälte der Nebenkläger schlossen sich dem Staatsanwalt an. Angehörige der Opfer hatten sich in emotionalen Statements unter Tränen zu Wort gemeldet: "Das Ganze ist eine Katastrophe, man kann sich nicht vorstellen, was wir als Eltern durchgemacht haben, unsere Zukunftspläne sind zerstört", sagte ein Elternteil eines der Opfer.

Für den Vater der getöteten Fahrerin und die Mutter der getöteten Beifahrerin ist erwiesen, dass dem schweren Unfall auf der Rosenheimer Südumgehung ein Rennen des Unfallverursachers im Golf mit den Fahrern zweier BMW vorangegangen war. Sie fordern abschreckende Strafen, um wenigstens in Zukunft Verkehrsteilnehmer vor Rasern zu schützen.

Fahrer des überholenden Golf ist bereits verurteilt

Der Unfall hatte sich im November 2016 ereignet. Der Fahrer des Golf GTI aus Ulm ist bereits zu 20 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er den hinteren BMW an einer unübersichtlichen Stelle überholt hatte und daraufhin mit dem Auto der drei jungen Frauen vom Samerberg frontal zusammengestoßen war. Er hat das Urteil akzeptiert. Die 19-jährige Schwester einer der beiden tödlich verunglückten Frauen wurde bei dem Unfall schwerst verletzt. Auch der Golf-Fahrer und seine Beifahrerin erlitten schwere Verletzungen.

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Im Berufungsprozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim hat das Landgericht Traunstein die beiden Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt. Die Verteidiger hatten zuvor Freisprüche beantragt.