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Samerberg-Prozess: Verteidiger geht in Revision | BR24

© Martin Binder

Nach dem Unfall-Tod zweier Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim hatte das Landgericht Traunstein zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt. Jetzt steht fest: Der Fall geht in Revision vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht.

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Samerberg-Prozess: Verteidiger geht in Revision

Nach dem Unfalltod zweier Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim hatte das Landgericht Traunstein zwei Männer zu Haftstrafen verurteilt. Jetzt steht fest: Der Fall geht in Revision vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht.

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Das Urteil des Landgerichts Traunstein zum Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim wird vom Bayerischen Obersten Landesgericht in der Revision überprüft. Der Verteidiger eines der beiden verurteilten Männer hat jetzt nach Erhalt des schriftlichen Urteils eine Revisionsbegründung eingereicht.

Termin für Revision im Samerberg-Prozess noch offen

Damit ist die rechtlich vorgeschriebene Voraussetzung für eine Revision erfüllt. Der Verteidiger des zweiten Verurteilten äußerte sich noch nicht, ob auch er eine Revisionsbegründung abgeben wird. Er hat dafür noch bis zum 20. Januar Zeit. Wann das Bayerische Oberste Landesgericht in München über die Revision entscheiden wird, ist noch offen.

Landgericht Traunstein: BMW-Fahrer tragen Mitschuld am Unfalltod

Verurteilt worden waren zwei 26-jährige Männer aus dem Landkreis Rosenheim. Sie sind laut Gericht mitschuldig an einem Verkehrsunfall im November 2016 in Rosenheim, bei dem zwei Menschen starben und drei schwer verletzt wurden. Beide waren damals in BMWs unterwegs. Sie bekamen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zwei Jahre und fünf Monate beziehungsweise zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe.

Verteidiger setzt auf sogenannte Sachrüge

Der Verteidiger eines der Verurteilten, Harald Baron von Koskull aus Rosenheim, sagte dem BR, er sehe in dem Urteil des Landgerichts Traunstein zwar keine schwerwiegenden Verfahrensfehler, die zwingend zu einer Aufhebung des Urteils führen müssen. Es könne aber möglicherweise eine sogenannte Sachrüge Erfolg haben.

Nach Feststellungen des Gerichts hatte sein Mandant das Auto beschleunigt, als er von einem anderen Auto überholt wurde. Deshalb habe es der Überholer nicht mehr geschafft, vor einem entgegenkommenden Kleinwagen auf seine Spur zurückzukehren, es kam zum Frontalzusammenstoß.

Laut Anwalt von Koskull habe sein Mandant aber durch das Beschleunigen seines Fahrzeugs für den Überholer sogar die Chance vergrößert, noch rechtzeitig vor dem Gegenverkehr nach rechts auszuweichen, so von Koskull zum BR.

Golf-Fahrer prallte frontal auf Kleinwagen vom Samerberg

Bei dem Unfall am 20. November 2016 auf der Rosenheimer Südumgehung war der Fahrer eines Golfs aus Ulm beim Überholen frontal mit dem Kleinwagen dreier junger Frauen vom Samerberg im Landkreis Rosenheim zusammengestoßen. Zwei der Frauen im Alter von 21 und 15 Jahren starben, eine Dritte, 19 Jahre alt, wurde schwer verletzt.

Unfallverursacher rechtskräftig verurteilt

Auch der Unfallverursacher und seine Beifahrerin erlitten schwere Verletzungen. Der 26-jährige Mann aus Ulm wurde vom Amtsgericht Rosenheim bereits rechtskräftig zu einer 20-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

BMW-Fahrer auch in zweiter Instanz zu Freiheitsstrafen verurteilt

Die Lenker der beiden überholten BMW sollen durch ihre Fahrweise verhindert haben, dass der Golf noch rechtzeitig vor der tödlichen Kollision auf seine Fahrspur zurückkehren konnte, sie sollen deshalb mitschuldig an dem Unfall sein.

Beide wurden sowohl in erster Instanz vom Amtsgericht Rosenheim als auch in der Berufung vom Landgericht Traunstein jeweils zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt. Gegen das Berufungsurteil hatten beide Revision eingelegt.