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Samerberg-Prozess: Fahrer bestreiten Schuld am tödlichen Unfall | BR24

© BR/Hans Häuser

Der Prozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg geht weiter: Sowohl die verurteilten Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft haben Berufung eingelegt. Jetzt kommt der Raser-Fall an das Landgericht Traunstein.

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Samerberg-Prozess: Fahrer bestreiten Schuld am tödlichen Unfall

Zwei junge Frauen vom Samerberg sterben, eine dritte wird schwer verletzt, als ihr Kleinwagen 2016 frontal von einem Überholer gerammt wird. Zwei Männern wird vorgeworfen, dass sie das Einscheren verhindert hätten. Das bestritten sie im Prozess.

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Im Berufungsprozess um den Unfalltod zweier junger Frauen vom Samerberg vor dem Landgericht Traunstein haben sich die beiden Angeklagten erstmals zum Unfallhergang aus ihrer Sicht geäußert. Die beiden BMW-Fahrer hatten laut Anklage einen überholenden Golf nicht mehr einscheren lassen, als Gegenverkehr kam.

Frontalzusammenstoß fordert Tote und Verletzte

Der überholende Golf prallte frontal gegen den Kleinwagen dreier junger Frauen vom Samerberg. Bei dem Unfall im November 2016 auf der Rosenheimer Südumgehung starben die 21-jährige Fahrerin und eine 15 Jahre alte Mitfahrerin, eine dritte Frau im Auto, damals 19 Jahre alt, wurde schwer verletzt, ebenso der Unfallverursacher aus Ulm und dessen Begleiterin.

Angeklagte bestreiten Vorwurf

Deutlich betroffen schilderte einer der Angeklagten die Minuten nach dem Unfall angesichts der toten und der verletzten Menschen in dem Kleinwagen. Den Vorwurf, er habe ein rechtzeitiges Einscheren des überholenden Wagens verhindert, wies er zurück, genauso wie der zweite BMW-Fahrer, der hinter ihm gefahren war.

Unfallopfer kann sich an nichts mehr erinnern

Als erste Zeugin wurde die einzige Überlebende in dem Kleinwagen gehört, die damals 19-Jährige Schwester eines der Unfallopfer. An den Unfall erinnert sie sich angesichts der schwersten Verletzungen nicht mehr. Sie schilderte aber, dass sie inzwischen fünfmal operiert werden musste, dass eine weitere Operation bevorstehe, sie unter Schlafstörungen leide und ihr der Geruchssinn verloren gegangen sei. Aber - so die junge Frau - "ich will zurückkommen".

Verurteilter Unfallverursacher als Zeuge

Der Prozess wird am kommenden Dienstag mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Unter anderem ist der eigentliche Unfallverursacher geladen, der Fahrer des überholenden Golf. Er wurde bereits rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe von 20 Monaten verurteilt.