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"Salatfabrik" kommt nicht nach Wiesentheid | BR24

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Die Delissen-Brüder aus Holland machen einen Rückzieher. Sie haben ihren Bauantrag für ein gigantisches Salat-Gewächshaus in Wiesentheid zurückgezogen. Das Projekt ist damit gestorben.

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"Salatfabrik" kommt nicht nach Wiesentheid

Die Delissen-Brüder aus Holland machen einen Rückzieher. Sie haben ihren Bauantrag für ein gigantisches Salat-Gewächshaus in Wiesentheid zurückgezogen. Das Projekt ist damit gestorben.

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Ein geplantes Salat-Gewächshaus in Wiesentheid wird nun doch nicht kommen. "Das haben uns die Delissen-Brüder in einem Brief am heutigen Donnerstag mitgeteilt - das Baugenehmigungsverfahren wird damit eingestellt", sagt die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof auf Anfrage des BR. Die beiden Agrarunternehmer Mark und Roy Delissen aus den Niederlanden hatten seit 2016 Pläne für ein Salat-Gewächshaus in Wiesentheid verfolgt.

Gewächshaus sollte 20 Millionen Euro kosten

Für das Gewächshaus wollten die Unternehmer 20 Millionen Euro investieren. Auf einer Fläche von 17 Hektar wollten sie unter Glas Salat züchten, der mit Robotertechnik und LED-Lampen in Schubladen groß gezogen wird. Die Delissens wollten für ganz Bayern und Ostdeutschland produzieren. Mark Delissen nannte einen Radius von etwa 350 Kilometern, den das Unternehmen beliefern wollte.

"Salatfabrik" stieß auf Kritik

Die Gegner des Vorhabens sprachen bei dem Gewächshaus von einer "Salatfabrik". Größte Bedenken gab es vor allem in der Frage, woher das Wasser für die Salatzucht kommen soll. Die holländischen Investoren erklärten, es werde als Regenwasser auf den Glashausdächern aufgefangen und in zwei großen Tank gesammelt. Eine Bürgerinitiative bezweifelte, dass dies in der extrem trockenen Region gelingen würde. Am 27. Juni hatten 300 Bürger in Wiesentheid gegen die "Salatfabrik" demonstriert.

Salat-Unternehmer machen Rückzug

Anfang hatte sich der Gemeinderat in Wiesentheid mit 10:7 Stimmen für eine sogenannte Konzentrationsfläche ausgesprochen. Das Gewächshaus der Holländer mit einer Größe von 15 Hektar unter Glas sollte demnach neben einem bereits bestehenden Gartenbaubetrieb angesiedelt werden. Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier sagte damals, dass diese Konzentrationsfläche in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden sollte. Der Bauantrag der niederländischen Unternehmer hätte somit bis Ende des Jahres erst mal ruhen müssen. "Vielleicht sagen die Holländer, dass sie wo anders schneller zum Zug kommen und den geplanten Standort Wiesentheid aufgeben", sagte Knaier im Juli. Genau das haben die Holländer nun mit ihrem Rückzug getan.