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Kein Wahlkampf, keine Wahllokale: Bayerns historische Stichwahl | BR24

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Kein Wahlkampf, keine Wahllokale: Bayerns historische Stichwahl

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    Kein Wahlkampf, keine Wahllokale: Bayerns historische Stichwahl

    In Zeiten von Corona ist alles anders - auch Wahlen. Die Stichwahl in Bayern ist erstmals in der bayerischen Geschichte nur über den Postweg möglich. Das verlangt nicht nur den Behörden einiges ab.

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    Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint. Normalerweise tummeln sich auf dem Münchner Marienplatz Touristen und Einheimische: Sie machen Fotos, gehen shoppen oder beobachten das Treiben bei Kaffee oder Bier. Normalerweise. Doch jetzt ist der Platz wie leer gefegt.

    Die Stichwahlen auf BR24: Live ab 18.00 Uhr

    Vor dem Rathaus steht ein Sicherheitsmann. Ab und an kommen Leute vorbei und fragen ihn etwas: Er deutet auf einen Briefkasten an der Wand – einer von fünf Sonderbriefkästen in München für die Stichwahl zum Oberbürgermeister am Sonntag.

    Über eine Million Briefwahlunterlagen allein in München

    Denn die findet wegen der Coronakrise in ganz Bayern erstmals ausschließlich per Briefwahl statt – ein logistischer Kraftakt. Allein in der Landeshauptstadt mussten mehr als eine Millionen Briefe verschickt werden. "Also wir hatten uns ursprünglich eingestellt auf die üblichen 300.000 Briefwähler und da müssen natürlich in Nullkommanix 700.000 weitere Unterlagen gedruckt werden und versandt werden", sagt Thomas Böhle, Wahlleiter München.

    Doch das ist nicht die einzige Herausforderung bei dieser historischen Stichwahl. Auch das Auszählen der Stimmen wird dieses Mal wohl länger dauern als sonst. Aber – zumindest in München – liegt das nicht an mangelnden Wahlhelfern. "Wir hatten in nicht einmal einer halben Stunde 1.500 freiwillige Wahlhelfer, die sich gemeldet hatten – insofern war das eine ganz tolle Sache", so Böhle.

    Gemeinden haben Zahl der Wahlhelfer teils stark reduziert

    Allerdings kommen damit deutlich weniger Wahlhelfer zum Einsatz als sonst: Denn um die Ansteckungsgefahr zu verringern, hat die Stadt die Zahl der Wahlhelfer stark reduziert.

    Auch andernorts ist man besorgt um die Gesundheit der Wahlhelfer: In der kleinen Gemeinde Ramerberg im Landkreis Rosenheim hat der Bürgermeister seine Wahlhelfer sogar aufgefordert, daheim zu bleiben. Die Auszählung solle lieber am Montag unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen in der Gemeindeverwaltung durchgeführt werden.

    Wahlergebnisse vielerorts wohl erst am Montag

    Und in Erlangen und Forchheim hat man von vornherein beschlossen, die Stimmen von städtischen Mitarbeitern auszählen zu lassen. Das heißt, fast überall in Bayern wird es wohl bis Montagabend dauern, bis die Wahlergebnisse feststehen – ebenfalls ein Novum.

    Doch die Coronakrise hat nicht nur den Wahlvorgang an sich massiv beeinflusst. Auch der Wahlkampf war für die meisten Kandidaten äußerst ungewöhnlich: Denn der fand eigentlich nur noch digital, über Facebook oder Instagram, statt.

    Wahlkampf per Facebook und Instagram

    So auch bei den beiden Oberbürgermeisterkandidaten im mittelfränkischen Schwabach. "Was den Kontakt sowohl auf der Straße, als auch an den Haustüren angeht – das waren Wege, die mir sehr wichtig waren und das ist natürlich jetzt eine enorme Umstellung gewesen", sagt Peter Reiß (SPD).

    Und auch sein Kontrahent von der CSU, Michael Fraas, vermisst den direkten Kontakt zu den Bürgern: "Es ist halt wie wenn man auf der Autobahn fährt und plötzlich ne Vollbremsung machen muss. Es ist ein seltsames Gefühl: Du willst was tun, du willst raus zu den Leuten und kannst jetzt nicht mehr."

    Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: Egal, wer am Ende gewinnt, diese Kommunalwahlen werden wohl als einmalig in die bayerische Geschichte eingehen.

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