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Abstand halten kann Leben retten, wissen wir in Corona-Zeiten. Ein Münchner Unternehmen hat jetzt ein Gerät entwickelt, dass den Abstand zwischen zwei Menschen automatisch erfasst. Das kann Infektionen verhindern - und womöglich Unternehmen helfen.

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Safe Zone - Abstandsmesser made in Munich

Abstand halten kann Leben retten, wissen wir in Corona-Zeiten. Ein Münchner Unternehmen hat jetzt ein Gerät entwickelt, dass den Abstand zwischen zwei Menschen automatisch erfasst. Das kann Infektionen verhindern - und womöglich Unternehmen helfen.

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Von
  • Katharina Heudorfer

Es wiegt gerade einmal 15 Gramm und ist so groß wie eine klobige Armbanduhr: das Gerät "Safe Zone" der Münchner Firma Kinexon. Mithilfe von Sensortechnologie kann es zentimeter- und sekundengenau messen, ob zwei Menschen zu lange, zu nahe beieinander stehen. Ist das der Fall, leuchtet ein rotes Licht auf und ein Warnton erklingt.

Abstandsmessung genauer als bei Corna-Warn-App

Statt mit Bluetooth - wie bei der Corona-Warn-App - erhebt Safe Zone den Abstand durch die sogenannte Signallaufzeit zwischen zwei Geräten. Das geschieht mittels Ultra-Breitband-Technologie. Der Vorteil: Das funktioniert viel exakter und schneller als bei Bluetooth. Bewegungs‑, Posi­ti­ons- oder Gesund­heits­da­ten erfasst das Gerät dabei nicht.

Das Gerät Safe Zone ist bereits im Profi-Basketball und Football der amerikanischen NBA und NFL im Einsatz, in Deutschland außerdem im Bundesliga-Fußball und Basketball. Sein Einsatz beschränkt sich aber auf alle Kontaktsituationen außerhalb des Spielfelds. Für Trainings und Spiele wird es nicht verwendet, weil dabei der Abstand meist nicht eingehalten werden kann.

Genaue Kontaktlisten im Infektionsfall

Wenn sich jemand mit Covid-19 anstecken sollte, lässt sich außerdem innerhalb von 30 Minuten herausfinden, welche der Kontaktpersonen gefährdet sind, etwa weil sie den Abstand zur infizierten Person über einen Zeitraum von mehr als 15 Minuten nicht eingehalten haben. Die Erhebung dazu geschieht anonymisiert und datenschutzkonform.

Quarantäne für einzelne statt für ganze Abteilungen

Auch erste Unternehmen nutzen Safe Zone bereits, wie Henkel oder der Automobil-Zulieferer Continental. Sie hoffen, dass sie so bei einer zweiten Corona-Welle nur einzelne Mitarbeitende, und nicht ganze Abteilungen in Quarantäne schicken müssen. Denn die Gefahr, dass ganze Betriebe wegen wenigen Covid-19-Infektionsfällen lahmgelegt werden, lässt sich durch Safe Zone womöglich reduzieren.

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Von
  • Katharina Heudorfer
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