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Zwei Unfälle und mehrere Sabotagen beim Maibaum-Aufstellen | BR24

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Bei einer Maibaum-Tour ist ein Traktor-Gespann mit seinen Fahrgästen umgekippt. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer.

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Zwei Unfälle und mehrere Sabotagen beim Maibaum-Aufstellen

Beim traditionellen Aufstellen der Maibäume in Bayern ist es zu zwei Unfällen und mehreren Fällen von Sabotage gekommen. In Egmating im Landkreis Ebersberg kippte ein Traktor-Gespann um - es gab zwei Schwer- und zahlreiche Leichtverletzte.

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Bei einer Maibaum-Tour ist am ersten Mai in Egmating im Landkreis Ebersberg das Traktor-Gespann umgekippt, auf dem 36 Menschen saßen. Zahlreiche Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Nach Informationen der Polizei war die Gruppe, ein Münchner Burschenverein, von Oberpframmern (Landkreis Ebersberg) nach Neubiberg (Landkreis München) im Rahmen einer Maibaum-Tour unterwegs. Die Teilnehmer saßen auf zwei Anhängern, die von einem Traktor gezogen wurden.

Als das Gespann kurz vor 17 Uhr durch Egmating fuhr, drückten die Anhänger an einer abschüssigen Stelle gegen den Traktor und verkeilten sich. Daraufhin kippte das Gespann mitsamt den Fahrgästen um. Wie die Polizei mitteilte, erlitten zwei Personen schwere Kopfverletzungen, 18 weitere Mitfahrer leichtere Verletzungen, hauptsächlich Platz- und Schürfwunden.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften fuhr nach Egmating. Die Verletzten wurden durch das Bayerische Rote Kreuz und die Johanniter-Unfall-Hilfe vor Ort versorgt oder mit Hubschraubern in Kliniken gebracht. Der 17-jährige Fahrer des Traktors erlitt einen Schock, blieb aber unverletzt.

Wie es zu dem Unfall kam, wird gerade geklärt. Laut Polizei dürfte die Bremsleistung des Traktors für das starke Gefälle nicht ausreichend gewesen sein. Nun ermittelt die Polizeiinspektion Ebersberg wegen fahrlässiger Körperverletzung und weiteren straßenverkehrsrechtlichen Verstößen und hat ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Unfall in Unterfranken

Auch in Unterfranken gab es einen Unfall: Ein junger Mann ist von einem umfallenden Maibaum getroffen und verletzt worden. Der 25-Jährige brach sich ein Bein und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Am Dienstagabend hatte der Mann in Oberschwarzach (Landkreis Schweinfurt) den Maibaum gemeinsam mit anderen Helfern aufgestellt. Der Baum verhakte sich beim Aufstellen und kippte um. Weitere Menschen wurden nicht verletzt.

Immer wieder gibt es beim traditionellen Maibaum-Aufstellen Unfälle.

Viele neue Maibäume aufgestellt - Sabotage in einigen Gemeinden

Die neuen Maibäume werden aufgestellt, weil die alten mit den Jahren verfallen und deshalb gelegentlich erneuert werden müssen. An einigen machen sich aber auch Saboteure zu schaffen. So geschehen etwa im unterfränkische Oberaurach (Landkreis Haßberge): Dort sägten fünf junge Männer einen Maibaum an - kehrten nach ihrer Flucht aber reumütig zum Tatort zurück. Sie hätten befürchtet, dass der Maibaum unkontrolliert umfallen und etwas anderes beschädigen könnte, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr fällte den Baum.

Tat von Überwachungskamera gefilmt

Auch in Schwaben musste die Polizei zu einem angesägten Maibaum ausrücken. Nichtsahnend, dass der Platz auf dem Firmengelände in Illertissen (Landkreis Neu-Ulm) videoüberwacht ist, sägten fünf junge Männer den Baum am Mittwochmorgen an. Wie die Beamten mitteilten, beobachteten die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Tat live über die Überwachungskameras, eilten zum Maibaum und stellten die jungen Männer. Die Feuerwehr fällte den rund zehn Meter hohen Baum.

Baum stürzt unkontrolliert um

In oberfränkischen Rattelsdorf (Landkreis Bamberg) sägten Jugendliche am frühen Mittwochmorgen einem Maibaum komplett um. Er sei unkontrolliert auf dem Marktplatz umgestürzt, teilte die Polizei mit. Die Bamberger Polizei fahndet nach den Jugendlichen. In allen drei Fällen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.

Umsägen und Klauen sind Straftaten

Traditionell versuchen Burschen in Bayern die Maibäume der Nachbarorte zu stehlen - allerdings noch bevor diese zum 1. Mai aufgestellt werden. Deshalb waren die Stämme von Vereinsmitgliedern wochenlang bewacht worden. Gelegentlich würden auch Bäume in benachbarten Orten umgesägt, hieß es von der Polizei. Auch wenn das eine Tradition sei, seien das Umsägen und das Klauen Straftaten.

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Viele bayerische Maibäume haben im letzten Jahr den Sicherheitscheck nicht mehr geschafft und wurden durch neue ersetzt. Als besonderes Schmuckstück gilt der Miesbacher Maibaum.