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Bayerns Buchhändlerin des Jahres: "Muss um Kunden kämpfen" | BR24

© Gaby Kellner

Bayerns Buchhändlerin des Jahres: Gaby Kellner in ihrer Bücherstube in Moosburg.

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    Bayerns Buchhändlerin des Jahres: "Muss um Kunden kämpfen"

    Deutschlands Buchbranche trifft sich derzeit auf der Buchmesse Frankfurt. Für viele bedeutet das eine schöne Auszeit vom aufreibenden Alltag. Doch Buchläden haben hart zu kämpfen, bestätigt Bayerns Buchhändlerin des Jahres im B5 Interview der Woche.

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    Der sich wandelnde Buchmarkt macht vielen Händlerinnen und Händlern zu schaffen – auch "Bayerns Buchhändlerin des Jahres" aus Moosburg (Lkr. Freising). "Man muss schon drum kämpfen, dass die Kunden einem erhalten bleiben", sagt Gaby Kellner im Interview der Woche auf B5 aktuell. Kellner ist die Inhaberin von "Barbaras Bücherstube". Laut Kunstminister Bernd Sibler" betreibt sie ein wichtiges kulturelles Zentrum der Stadt Moosburg". Eine unabhängige Jury hatte "Barbaras Bücherstube" zuvor die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung zuerkannt.

    Neue Konzepte zur Begeisterung zum Lesen

    Früher, erzählt Kellner im "B5 Interview der Woche", seien die Leute einfach so in die Buchhandlung gekommen – von selbst. Dann wurde geplaudert, gestöbert, gekauft. Aber so sei es nicht mehr, sagt sie.

    "Ich gehe an die Schulen und mache Buchvorstellungen, wir kooperieren mit Partnern am Ort, wir machen mehr Veranstaltungen, mehr Lesungen – also der Aufwand ist viel, viel höher geworden, um in etwa das Level zu halten." Gaby Kellner, Buchhändlerin in Moosburg

    Buchhändler: Harter Kampf ums Überleben

    Gaby Kellner ist seit 29 Jahren Buchhändlerin in Moosburg, vor acht Jahren übernahm sie die Buchhandlung, die immer noch nach ihrer Vorvorgängerin heißt, "Barbaras Bücherstube". Eine Zeit, in der sie von der Händlerin zur Kämpferin wurde, zur Veranstalterin und Beraterin.

    Noch vor ein paar Jahren hatte der Freistaat mehr als 800 Buchhandlungen. Jetzt sind es noch gut 500; Tendenz weiter fallend. Denn die verbliebenen Händler sind erheblich unter Druck. So wie Kellner in der Stadt Moosburg mit ihren knapp 20.000 Einwohnern. Schuld daran trägt für sie die Medienkonkurrenz von Handy und Tablet – sie führe dazu, dass immer weniger gelesen wird. Noch schlimmer ist für Kellner allerdings die Marktkonkurrenz der großen Internethändler.

    "Am Land ist es Gott sei Dank noch nicht so dramatisch, denke ich, wie vielleicht in den Städten, wo ich es von Freundinnen höre, die sagen, meine Kollegen bestellen alles nur im Internet, speziell bei Amazon. Ich würde es nach wie vor sagen, dass das der Gegner ist – nicht nur für den Buchhandel, sondern für den gesamten Einzelhandel." Gaby Kellner, Buchhändlerin in Moosburg

    Pakete von Amazon nimmt sie nicht an

    Ein Amazon-Bücherpaket für die Nachbarn würde Kellner übrigens nicht annehmen, sagt sie – und lacht: "Also wir nehmen sowieso nur ganz begrenzt für unsere beiden Nachbarn Pakete an. Und dem einen haben wir dann schon zu verstehen gegeben, wir nehmen jedes Paket an, wir haben auch schon Matratzen angenommen. Aber Amazon-Bücher bitte nicht. Also wenn ich die Buchhandlung schon daneben habe, denke ich, muss es nicht sein."